In Deutschland wird Orkantief Joshua heute kräftig wüten, aber auch in den Alpen wird es ungemütlich und stürmisch. Das Sturmtief zieht vom Nordwesten in Richtung Alpenregion, und in Kombination mit einer Kaltfront sinkt die Schneefallgrenze lokal bis unter 1.000 Meter. Inzwischen wurden verschiedene Wetterwarnungen wegen großer Niederschlagsmengen und stürmischer Windböen herausgegeben. In diesem Bergwetter bringen wir dich auf den neuesten Stand.
Chaos durch Orkantief Joshua
Derzeit liegen zwei riesige Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa – eines zwischen Island und den Britischen Inseln und das andere zwischen den Britischen Inseln, Frankreich und den Benelux-Staaten. Mit einer westlichen Strömung zieht ein Sturmtief namens Joshua über den Ärmelkanal in Richtung Benelux, Deutschland und Dänemark und wird dort für erhebliche Unruhe sorgen. Die ersten Warnungen vor einem chaotischen Feierabendverkehr aufgrund des Wetters sind bereits herausgegeben worden. Es sind orkanartige Böen zwischen 90 und 130 km/h möglich, etwa am Feldberg bis zu 119 km/h.
Die Fronten dieses Sturmtiefs erreichen ebenfalls die Alpenländer, wodurch es auch dort heftig zu stürmen beginnt. Zudem wird sehr feuchte Luft vom Atlantik herangeführt. Hinter diesem Sturmtief befindet sich eine Kaltfront, die dem Warmfront-Einfluss ein Ende setzen wird. Die Schneefallgrenze kann heute bereits von 1.700 auf 1.200 Meter sinken.
Föhnwind sorgt für Auflockerungen in den Nordalpen
Nördlich des Alpenhauptkamms herrscht zunächst noch ein südlicher Föhn, wodurch heute noch einige Auflockerungen möglich sind. In einigen Regionen soll sogar die Sonne zeitweise scheinen, auch wenn in vielen Tälern am Morgen hochnebelartige Bewölkung auftritt. Im Tagesverlauf zieht von Westen her jedoch immer dichtere Bewölkung auf. Der Wind nimmt in den Bergen weiter zu und kann an ungeschützten Stellen im Hochgebirge Sturmstärke erreichen. Windböen von über 100 km/h sind nicht ausgeschlossen.
Kaltfront sorgt für niedrige Temperaturen
Nach heute ist es mit dem milden Wetter in den Alpen vorbei. Eine Kaltfront zieht heran, wodurch die Schneefallgrenze im Laufe des Tages rasch sinkt. Mit dem Durchzug der Kaltfront dreht der Wind auf Nordwest, und es stellt sich eine typische Weststau-Lage ein. In den französischen Nordalpen liegt die Schneefallgrenze am frühen Morgen noch bei 2.500–2.700 Metern, doch im Laufe des Nachmittags ist es möglich, dass dort schon ab etwa 1.300–1.400 Metern Schnee fällt. Auch in der Schweiz und in Österreich sinkt die Schneefallgrenze, stellenweise auf 1.000–1.300 Meter. Aufgrund der Intensität des Niederschlags ist Schnee auch unterhalb von 1.000 Metern nicht ausgeschlossen.
Lokal sehr viel Schnee
Die ersten großen Schneefälle der Skisaison 2025/2026 stehen also in den Startlöchern. Vor allem in den Französischen Alpen und an der Grenze zu Italien und zur Schweiz kann viel Niederschlag fallen, aber auch Österreich und die Dolomiten kommen nicht zu kurz. So sollen in Südtirol, der Lombardei und in Trentino 20–40 cm Schnee fallen, im Mont-Blanc-Massiv sogar 80–120 cm, und im Westen der Schweiz 50–80 cm. Die Arlbergregion darf mit über 50 cm Schnee rechnen, und Sölden, wo morgen die Weltcup Saison startet, bekommt rund 20 cm Neuschnee. Die meisten Niederschläge werden für die Französischen Alpen erwartet.
Verschiedene Wetterwarnungen herausgegeben
Météo-France, MeteoSchweiz, der Deutsche Wetterdienst und GeoSphere Austria haben verschiedene Wetterwarnungen wegen des starken Windes und der Niederschläge herausgegeben. In einem großen Teil Österreichs gilt Warnstufe Gelb, mit Ausnahme des äußersten Südens des Landes. Für den Süden Deutschlands gilt Warnstufe Orange wegen starker Windböen, mit roter Warnstufe in Teilen des Schwarzwalds. In den französischen Alpen und den Pyrenäen gilt Gelb/Rot, und für den größten Teil der Schweiz wurde Warnstufe Orange ausgegeben.
Auch nach Donnerstag noch reichlich Schnee
Das ausgedehnte Niederschlagsgebiet und die Kaltfront ziehen im Laufe des Freitags weiter nach Osten, doch aus dem Nordwesten folgt bereits die nächste Wetterfront mit neuem Niederschlag. Vor allem für die Regionen nördlich und westlich des Alpenhauptkamms ist noch reichlich Neuschnee vorhergesagt, während es im Süden gelegentlich aufklart. Die Schneefallgrenze liegt bei 1.000–1.400 Metern, lokal ist es möglich, dass Schnee schon ab 900 Metern fällt. Auch am Wochenende und danach halten die Schneefallchancen an der Nord- und Westseite des Alpenhauptkamms an – möglicherweise ab Montag sogar mit Schnee ab etwa 800 Meter. Kommt nur her, Winter!