Wer mit dem Auto in den Skiurlaub nach Frankreich fährt, muss auf bestimmten Autobahnen Maut zahlen, um dort fahren zu dürfen. Das gilt auch, wenn man nur auf Durchreise ist. Die Mautpflicht gilt sowohl für Einheimische als auch für TouristInnen. Wenn du zum ersten Mal in die französischen Alpen fährst, kann das auf den ersten Blick ziemlich kompliziert wirken. Wo muss man zahlen? Welches Schrankenhäuschen soll man wählen? Was bedeuten all die verschiedenen Symbole? Wie funktioniert das elektronische Bezahlen der Maut? Höchste Zeit für Klarheit! In diesem Artikel erfährst du alles über das Zahlen der Maut in Frankreich.
Maut in Frankreich während deines Urlaubs bezahlen
Die meisten Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig. Wer mit dem Auto in den Skiurlaub in eines der französischen Skigebiete fährt oder das Land auf der Durchreise in ein anderes (Wintersport-)Land durchquert, muss Maut zahlen, um diese Straßen benutzen zu dürfen. Frankreich kennt keine Straßensteuer, erhebt aber auf bestimmten Straßen eine Maut von allen, die sie nutzen wollen. Die Mautpflicht gilt nicht nur für Einheimische, auch TouristInnen müssen für die Nutzung der Straße bezahlen. Die Maut, auf Französisch „péage“, zahlst du nicht wie in Österreich oder der Schweiz mittels einer Vignette, sondern an Mautschranken unterwegs. Außerdem sieht man immer mehr Strecken, auf denen elektronische Maut erhoben wird. Dabei registrieren Kameras über der Fahrbahn automatisch die Kennzeichen, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Die Mauteinnahmen werden für die Instandhaltung und den Ausbau von Straßen sowie für die Pflege und den Ausbau von Rastplätzen (aires) unterwegs verwendet.
Wo in Frankreich muss man Maut zahlen?
Nicht jede Straße in Frankreich ist mautpflichtig. Im Allgemeinen zahlst du auf den meisten Autobahnen Maut. Außerdem gibt es einige Brücken und Tunnel, wie zum Beispiel den Mont-Blanc- und den Fréjus-Tunnel, für die ebenfalls eine Mautpflicht besteht. Schon vorher wird deutlich angezeigt, ob die Straße, auf der du fährst, mautpflichtig ist. Blaue Verkehrsschilder weisen den Weg zur Autobahn. Handelt es sich um eine mautpflichtige Straße, wird das mit dem Wort „péage“, also Maut, angegeben. Dieses Verkehrsschild hat meist ein Zusatzschild, auf dem die möglichen Zahlungsmethoden angezeigt werden. Ein Bild eines orangenen „T“ bedeutet „télépéage“, also dass das Bezahlen mit einer elektronischen Mautbox möglich ist; Münzen deuten darauf hin, dass du bar bezahlen kannst und Karten stehen dafür, dass es möglich ist, mit Kreditkarte zu bezahlen. Neben Mautschranken trifft man auch auf immer mehr Straßen auf das elektronische Mautsystem, bei dem Kameras Kennzeichen und elektronische Mautboxen scannen.
Kosten der Maut in Frankreich
Wie viel Maut du in Frankreich zahlen musst, hängt von der Route und von der Tarifklasse ab, zu der das Fahrzeug, mit dem du fährst, gehört. Es gibt fünf verschiedene Klassen:
- Pkw, Lieferwagen und Kleinbusse (mit und ohne Anhänger), nicht schwerer als 3,5 Tonnen und nicht höher als zwei Meter.
- Fahrzeuge der Klasse 1, die einen Wohnwagen oder Anhänger ziehen, die meisten Wohnmobile und Lieferwagen (mit und ohne Anhänger), deren Höhe zwischen zwei und drei Metern liegt.
- Große Wohnmobile, Lkw und Reisebusse auf zwei Achsen, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen und höher als drei Meter sind.
- Lkw, Reisebusse und bestimmte Kombinationen auf drei Achsen, schwerer als 3,5 Tonnen und höher als drei Meter.
- Motorräder, Dreiräder und Motorräder mit Beiwagen.
Die Fahrzeuge werden an den Mautschranken automatisch vermessen und daraus werden Klasse und Tarif bestimmt. Wichtig zu wissen ist, dass Dachboxen, Skiboxen und Skiträger nicht zur Höhe hinzugerechnet werden. Wird dennoch ein falscher Tarif berechnet? Dann drücke am besten sofort die Gegensprechanlage. Nachträglich zurückfordern ist ebenfalls möglich, dafür brauchst du aber einen Beleg. Die Kosten pro Mautabschnitt variieren zwischen ein paar Euro und mehreren Dutzend Euro.
Mautkosten im Voraus berechnen
Wie viel Maut du in Frankreich zahlen musst, hängt von der Route ab, die du fährst, und davon, mit welchem Fahrzeug du unterwegs bist. Möchtest du im Voraus wissen, womit du rechnen musst und welchen Betrag du dafür einplanen solltest? Dann hast du online die Möglichkeit, die Mautkosten für die Reise einfach im Voraus zu berechnen. Es gibt verschiedene Online-Tools für die Mautberechnung. Dafür musst du Start- und Zielpunkt der Route kennen und zu welcher Tarifklasse dein Auto gehört.
Zahlungsmittel für die Maut in Frankreich
Die Maut in Frankreich lässt sich über verschiedene Zahlungsmethoden begleichen. Fast alles läuft automatisch und immer weniger Schranken werden von Personal bedient. Achte genau auf die Schilder, damit du vor der Einfahrt am richtigen Schrankenhäuschen stehst. Die Bedeutung der Symbole erklären wir dir später. An den meisten Schranken ist Barzahlung möglich (meist mit Münzen ab 10 Cent und Banknoten bis 20,– €). Bezahlen mit einer EC-Karte ist fast nirgends möglich, nur an einigen Stellen mit einer Karte, für die keine PIN erforderlich ist. Bezahlen mit Kreditkarte ist möglich, außer an Schranken, die ausschließlich für télépéage bestimmt sind, erkennbar am orangen „T“. Eine weitere Option ist die elektronische Mautbox. Diese Box ist mit deinem Kennzeichen verknüpft und du zahlst nachträglich alles per Kreditkarte.
Wie funktioniert das elektronische Bezahlen der Maut?
Dort, wo man früher überall an den Mautschranken zahlte, sind diese an einigen Stellen inzwischen durch ein elektronisches System ersetzt worden. Auf Französisch: péage en flux libre. Über der Straße hängt ein Gestell mit Kameras, die die Kennzeichen der Fahrzeuge scannen. Das soll den Verkehrsfluss verbessern und lange Staus an den Mautschranken verhindern. Wer über eine elektronische Mautbox verfügt, dessen Mautkosten werden automatisch abgebucht; wer keine Box hat, muss hinterher online bezahlen. Das solltest du unbedingt innerhalb von 72 Stunden tun, sonst riskierst du eine Strafe von 90,– € bis 375,– €. Elektronisches Online-Mautbezahlen ist möglich über Sanef.com und Aliae.com oder über eine der Verkaufsstellen von Nirio. Eine mautpflichtige Strecke mit elektronischer Bezahlmöglichkeit erkennst du an einem blauen Verkehrsschild mit „section à péage en flux libre“ und dazu einem blauen Schild mit „paiement sous 72 heures“ und der Website, auf der du bezahlen musst. Also gut aufpassen!
Maut bezahlen mit einer elektronischen Mautbox
Möchtest du unterwegs nicht ständig anhalten und Zeit mit dem Bezahlen an den Mautschranken verlieren? Dann empfiehlt es sich, eine elektronische Mautbox anzuschaffen. Diese Box erlaubt die Durchfahrt durch Schranken mit einem orangen T (télépéage) und verkürzt die Reisezeit erheblich. Du darfst hier mit maximal 30 km/h durchfahren und nachdem die Box gescannt wurde, öffnet sich die Schranke automatisch. Die elektronische Mautbox ist unter anderem beim ADAC erhältlich. Es gibt eine Variante, die in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal gültig ist (für einmalig 19,90 € und einer Jahresgebühr von 22,90 €). Du zahlst diesen Betrag einmalig. Danach zahlst du eine feste Gebühr pro Jahr für die Nutzung der Mautbox. Der Betrag wird ungefähr einen Monat später automatisch von deinem Konto abgebucht.
Bedeutung der Symbole an den Mautschranken
An den Mautschranken triffst du auf verschiedene Symbole. Besonders wenn du zum ersten Mal auf die Schranken zufährst, kann das ziemlich unübersichtlich sein und zu Stress führen. Was bedeuten die Symbole genau?
- Jeder darf durch dieses Schrankenhäuschen fahren.
- Nur Personen mit einer elektronischen Mautbox dürfen durch dieses Schrankenhäuschen fahren.
- Dieses Schrankenhäuschen ist eine Kombination aus 1 und 2: für alle, auch mit Mautbox.
- CB steht für Carte Bancaire. Dort darfst du nur mit Kreditkarte bezahlen.
- Nur Lkw dürfen durch dieses Schrankenhäuschen fahren.
- Ein rotes Kreuz zeigt an, dass ein Schrankenhäuschen geschlossen ist.
Maut in Frankreich vermeiden
Leider sind mautpflichtige Straßen fast immer Teil der schnellsten Route in deinen Wintersportort. Hast du alle Zeit der Welt und möchtest lieber keine Maut bezahlen? Dann besteht die Möglichkeit, auch eine alternative Route ohne mautpflichtige Straßen zu wählen. Die Strecken führen dich über (ruhige) französische Landstraßen. Das bedeutet allerdings mehr Kilometer und oft eine deutlich niedrigere Höchstgeschwindigkeit, dafür sparst du die Mautkosten. Andererseits verursacht längeres Fahren wieder zusätzlichen Kraftstoffverbrauch und somit auch Kosten. Viele Navigationssysteme ermöglichen es, „Mautstraßen vermeiden“ auszuwählen. Dann wird die Route so berechnet, dass du nicht über mautpflichtige Straßen fährst. Fährst du ohne Navigation? Dann klicke auf die Schaltfläche im Abschnitt „Wo in Frankreich muss man Maut zahlen“, um die Karte mit den mautpflichtigen Straßen zu öffnen.
Nützliche Tipps für die Routenplanung in Frankreich
Zum Schluss noch einige nützliche Tipps für alle, die mit dem Auto nach Frankreich fahren. So fährst du gut vorbereitet los.
- Tanken: Unterwegs in Frankreich findest du ausreichend Tankstellen. Sorge aber dafür, dass du rechtzeitig tankst, damit du nicht vor unerwarteten Problemen stehst. Wer beim Benzin sparen möchte, hat die Möglichkeit, auf dieser Website die aktuellen Kraftstoffpreise zu sehen und zu erkennen, an welcher Tankstelle unterwegs es am günstigsten ist.
- Höchstgeschwindigkeit: Auf Autobahnen gilt für Pkw bis 3.500 kg ohne Anhänger/Wohnwagen 130 km/h. Bei Regen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Achte selbstverständlich immer auf die Schilder und passe deine Geschwindigkeit bei Bedarf an.
- Winterreifen: In bestimmten Bergregionen Pflicht vom 1. November bis 31. März. Vergiss auch nicht, ein Set Schneeketten mitzunehmen.
- Aires: Unterwegs kommst du an mehreren Stellen vorbei, an denen du anhalten und pausieren kannst. Diese „aires“ gibt es in allen möglichen Größen und Ausführungen. Auf den größeren „aires de service“ findest du oft auch Restaurants und Spielmöglichkeiten für Kinder. Auf allen „aires“ gibt es Toiletten.