Die Zeiten, in denen man auf der Piste nur mit Bargeld bezahlen konnte, gehören zunehmend der Vergangenheit an. Laut aktuellen Zahlen von Global Payments ist die Zahl der digitalen Zahlungen in der österreichischen Wintersportsaison in den letzten drei Jahren um satte 51 % gestiegen. Auch die Umsätze, die über Karten und mobiles Bezahlen abgewickelt werden, haben sich um 31 % erhöht und näherten sich einer halben Milliarde Euro.
In Kürze:
- Das Bezahlen mit Karte wird nun auch in Österreich immer beliebter
- Die Zeiten, in denen nur Bargeld akzeptiert wurde, neigen sich dem Ende zu
- Aber Vorsicht: Nicht überall ist Kartenzahlung möglich
Österreichs Wintertourismus beginnt die digitale Aufholjagd
Während wir Deutschen selbst auf dem kleinsten Flohmarkt noch einen QR-Code scannen können, schien Österreich jahrelang an Münzen und Scheinen festhalten zu wollen. Aber es gibt Hoffnung. Neue Zahlen des Zahlungsdienstleisters Global Payments zeigen, dass die digitale Aufholjagd in den Alpen nun wirklich begonnen hat.
Digitalisierung auf der Piste setzt sich durch
Laut dem aktuellen Bericht ist die Zahl der digitalen Transaktionen im österreichischen Wintertourismussektor in den letzten drei Saisonen (von 2023/24 bis heute in 2025/26) um ganze 51 Prozent gestiegen. Auch der Umsatz, der per Karte oder Smartphone generiert wird, stieg deutlich um 31 Prozent auf fast eine halbe Milliarde Euro. Besonders auffällig ist, dass wir immer häufiger kleine Beträge mit Karte bezahlen. Der durchschnittliche Rechnungsbetrag ist von 57,80 € auf etwa 50,10 € gesunken. Das bedeutet, dass die Zeiten, in denen man erst ab 50 Euro mit Karte bezahlen konnte, langsam aber sicher der Vergangenheit angehören.
Spitzenreiter: Sölden und Obertauern
Nicht alle Skigebiete ziehen im gleichen Tempo nach. Sölden führt die Liste der Skigebiete mit den meisten Kartenzahlungen an und konnte einen Umsatz von fast 14 Millionen Euro durch Kartenzahlungen erzielen. Obertauern hat mit einer Steigerung von 57% die größte Zunahme erlebt. Im Gegensatz dazu zeigt Ischgl eine etwas andere Entwicklung: Hier wird zwar weniger häufig mit Karte bezahlt, aber wenn, dann meist mit höheren Beträgen – durchschnittlich 249 Euro pro Transaktion.
Das alte Phänomen: Warum sind Bargeldzahlungen immer noch verbreitet?
Trotz des digitalen Fortschritts bleibt das Phänomen von „Nur Bargeld“-Schildern in Hütten und Après-Ski-Bars in vielen Skigebieten bestehen. Und das Frustrierendste daran: Oft steht direkt vor der Tür oder an der Seite des Gebäudes ein glänzender Geldautomat (ATM).
Warum machen das Lokalbesitzer und Hüttenwirte? Dafür gibt es drei wichtige Gründe:
- Die „Provision“ vom Geldautomaten: Diese Geldautomaten vor der Tür gehören oft nicht einer Bank, sondern kommerziellen Anbietern wie Euronet. Der Hotelbesitzer erhält oft eine Provision pro Transaktion, die du dort durchführst. Das heißt: Du zahlst hohe Transaktionsgebühren am Automaten und sie verdienen daran mit.
- Transaktionskosten: Obwohl digitale Zahlungen schneller sind, müssen Unternehmer einen Prozentsatz an die Bank abgeben. Bei enormen Umsätzen im Après-Ski (wo die Marge auf Getränke ohnehin schon hoch ist) behalten sie diese Cents lieber in der eigenen Tasche.
- Das „schwarze“ Loch: Seien wir ehrlich: Bargeld ist für das Finanzamt schwieriger zu kontrollieren als ein digitaler Papierstapel. In einem Land, in dem Tradition und Gemütlichkeit großgeschrieben werden, geht man mit der Buchhaltung manchmal noch recht kreativ um.
Fazit: Kannst du dein Bargeld zu Hause lassen?
Obwohl die digitale Zahlung in vielen österreichischen Skigebieten mittlerweile weit verbreitet ist, bleibt es ratsam, immer noch ein bisschen Bargeld dabei zu haben. Besonders in traditionellen Berghütten oder abgelegenen Après-Ski-Bars, kann sich die Kartenzahlung noch nicht ganz durchgesetzt haben. Dennoch zeigt der Trend klar: Die Zukunft des Bezahlens auf der Piste ist digital, auch wenn in einigen Gegenden weiterhin Bargeld gefragt bleibt.