14. Juli 2015 Von: Fabian in 'Reisetipps'' | 0 Kommentare

Skilanglauf, Bild: Fischer

Skilanglauf, Bild: Fischer

Skilanglauf ist eine großartige Ergänzung zum Skifahren, egal für welche Fortbewegungstechnik Sie sich entscheiden. Während Skating schneller ist, ist die klassische Technik leichter zu erlernen. Je nach Stil kommen unterschiedliche Langlaufski, -bindungen, -schuhe, -stöcke und Wachsarten in Frage. Um den Überblick zu behalten, hat Snowplaza die besten Tipps fürs Langlaufen zusammengestellt. Außerdem zeigen wir die schönsten Loipen, Skilanglauf-Events und die besten Skigebiete zum Langlaufen im Mittelgebirge und in den Alpen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Startklar? Hier planen Sie Ihren Skiurlaub >

1. Skilanglauf macht fit und ist günstiger

Langlaufen eignet sich als ausgezeichneter Fitmacher. Skilanglauf wirkt kräftigend und konditionsbildend zugleich. Fast alle Muskelgruppen des Körpers werden angesprochen. Langlaufen bringt sogar einige Vorteile gegenüber dem alpinen Skiurlaub mit. Es ist günstiger und es wird weniger Material und Schnee benötigt. Außerdem müssen Sie zum Skilanglauf nicht unbedingt den langen Weg bis in die Skigebiete der Alpen antreten.

Skilanglauf am Achensee, eines der schönsten Langlaufgebiete

Skilanglauf am Achensee, eines der schönsten Langlaufgebiete

2. Langlauf-Skigebiete im Mittelgebirge

Allein in den Mittelgebirgen stehen tausende Kilometer verschiedener Loipennetze zur Verfügung. Besonders attraktiv sind zum Beispiel die Schwarzwaldhochstraße bei Kniebis, der abwechslungsreiche Thüringer Wald rund um Oberhof oder Bischofsmais im schneesicheren Bayerischen Wald. Ein Tipp für Skilangläufer ist auch das Riesengebirge in Tschechien und Polen. Spindlermühle und Szklarska Poreba heißen die Top-Ziele.

3. Langlauf-Skigebiete in den Alpen

Wer in Puncto Schnee auf Nummer sicher gehen will, hat in den Alpen immer noch die besten Karten. Zu den besten Langlauf-Skigebieten zählt St. Moritz mit 220 Kilometern hochalpiner Loipen. Auch in Ramsau am Dachstein stehen rund 200 Loipenkilometer mit einer Höhenlage bis 2.700 Metern zur Verfügung. Das wohl schönste Langlauf-Skigebiet ist die Seiser Alm mit großartiger Aussicht auf die Dolomiten. Zu den Top10 Langlauf-Skigebieten >

4. Die besten Loipen zum Skilanglauf

Zu den Leckerbissen im Skilanglauf zählen die Loipen auf dem Hochplateau in der Olympiaregion Seefeld , die Bayerwaldloipe bei Bayerisch Eisenstein, oder die berühmte Marcialonga-Loipe im Val di Fiemme (Fleimstal), auf der das kultige Marcialonga-Rennen ausgetragen wird. Unbedingt ausprobieren sollten Langläufer den Rennsteig, den mit rund 170 Kilometern längsten Fernskiwanderweg in Mitteleuropa. Alle Loipen ansehen >

Skilanglauf auf dem Rennsteig im Thüringer Wald

Skilanglauf auf dem Rennsteig im Thüringer Wald, Foto: Andreas Weise

5. Skischule, Kurse & Langlauf lernen

In fast allen Skigebieten werden Langlaufkurse angeboten. Die Preise sind vergleichbar mit denen beim Ski-Alpin. Allerdings sind die Materialkosten / Leihgebühren deutlich günstiger. Wer sich Skilanglaufen lieber selbst beibringen möchte, bekommt unter folgendem Link nützliche Hinweise für die ersten Gehversuche. Da Langlaufen den Kreislauf stark anregt, genügt es, sich eine leichte, funktionelle Skibekleidung zuzulegen.

6. Klassische Technik

Der klassische Langlaufstil ist einfach zu erlernen, das richtige Material vorausgesetzt. Der Bewegungsablauf kommt dem des Gehens mit Stöcken sehr nahe. Auf jeden Abdruck erfolgt jedoch noch eine kurze Gleitphase. Hauptunterschied zum Skating ist, dass die Langlaufski (meistens) parallel in einer Loipe geführt werden. Die wesentlichen Techniken bei der klassischen Skilanglauf-Technik sind Diagonalschritt, Grätenschritt und Doppelstockschub.

7. Skating-Technik

Die Skating-Langlauftechnik erinnert an Inlineskating. Sie ist schneller als die klassische Technik. Eine Loipe ist nicht nötig, wird aber bei der Abfahrt gerne mitbenutzt. Sowohl beim klassischen Stil als auch beim Skating unterstützt die Arm- und Stockbewegung den Beinabdruck. Die wesentlichen Technik-Elemente beim Skating sind Schlittschuhschritt, Armschwungtechnik, Eintakter, Führarmtechnik und Diagonalskating.

Skating in der Olympiaregion Seefeld

Skating in der Olympiaregion Seefeld

8. Unterschiede beim Langlaufski

Langlaufskier sind deutlich schmaler als Alpinski. Aber auch innerhalb der eigenen Gattung gibt es einige Unterschiede. Ein Skatingski verfügt über eine durchgehend glatte Lauffläche und eine spezielle Skatingbindung, die bewegungsspezifischen Halt gibt. Ein klassischer Ski ist länger, verfügt über eine Steigzone, die entweder mit Schuppen oder Steigwachs ausgedeckt ist und bietet mehr Flexibilität in der Bindung.

9. Die richtige Skilänge finden

Je nach Laufstil, Körpergröße, Gewicht und Ambitionen variiert die Länge von Langlaufskiern. Grundsätzlich sollten Skatingski etwa in der Länge der Körpergröße plus 10 cm gewählt werden, Klassik-Ski plus 20 cm. Schwere Menschen können nochmals 5 cm dazu addieren, leichte wiederum 5 cm abziehen. Generell gilt, dass kürzere Langlaufskier einfacher zu beherschen sind, jedoch schlechter gleiten und spurtreu sind.

10. Langlaufski kaufen oder leihen?

Wer einmal Gefallen am Langlaufen gefunden hat, sollte sich eine eigene Skilanglauf-Ausrüstung zulegen. Einsteiger-Komplettsets gibt es bereits ab 150 Euro. Tipp: Um mit Klassik-Skiern beim Abdrücken nicht wegzurutschen, muss die Steigfläche unter Belastung greifen, in der Gleitphase nicht. Beim Kauf oder Ausleihen einfach ein Blatt Papier unter Ski und Boden schieben. Nur beim Belasten sollte das Papier festklemmen.

Professionelle Skilanglauf-Ausrüstung von Fischer

Professionelle Skilanglauf-Ausrüstung von Fischer

11. Langlaufschuhe und Bindung

Bei der klassischen Technik haben die Langlaufschuhe eine weichere Sohle als beim Skating. Beim Kauf der Schuhe sollten Sie unbedingt darauf achten, dass diese mit dem Bindungssystem der Ski kompatibel sind. Im Zweifel beim jeweiligen Händler nachfragen. Dabei ist der (deutlich weichere) Langlaufschuh im Gegensatz zum Alpinski nur mit der Fußspitze an der Bindung befestigt. Die Ferse bleibt flexibel.

12. Faustregel für Langlaufstöcke

Langlaufstöcke sind dünner, leichter und steifer als Alpinskistöcke. Auch die Stocklänge variiert je nach Körpergröße, Technik und Fahrkönnen. Als Faustregel gilt je nach Können und Ambitionen: Achsel- bis Schulterhöhe für die klassische Technik, und Kinn- bis Nasenhöhe für die Skatingtechnik. Beim Leki Stocklängenberater können Sie sich Ihre individuelle Stocklänge berechnen lassen.

13. Langlaufski richtig wachsen

Sowohl Klassik- als auch Skatingski sollten regelmäßig mit Gleitwachs behandelt werden. Es erhöht die Gleitfähigkeit und Schnelligkeit der Ski. Klassik-Skier (ohne Schuppen) müssen außerdem noch mit einem Steigwachs bearbeitet werden, damit der Ski beim Abstoßen am Schnee haften bleibt. Je nach Temperatur, Feuchtigkeit und Körnung des Schnees sollte zu unterschiedlichen Wachsen gegriffen werden. Zur Wachsberatung >

Engadin St. Moritz Skimarathon

Engadin St. Moritz Skimarathon

14. Weltcup, Events und Wettkämpfe im Skilanglauf

Neben zahlreichen Weltcup-Events wie dem Biathlon-Spektakel in Oberhof mit bis zu 100.000 Zuschauern, gibt es auch zahlreiche Volksläufe in den nordischen Disziplinen. Der Engadin Skimarathon in St. Moritz ist das größte Skilanglauf-Event in der Schweiz. Interessant dürfte auch der Volksbiathlon in Hochfilzen im Pillerseetal sein. Tipp zum Vormerken: Die nordischen Ski-Weltmeisterschaften finden 2019 im österreichischen Seefeld statt.

15. FIS-Verhaltensregeln beachten

Der Deutsche Skiverband hat für Skilangläufer einige Verhaltensregeln aufgestellt, die es beim Skilanglauf zu beachten gilt. Es sollte zum Beispiel immer in der rechten Spur gelaufen werden. Bei Begegnungen und beim Überholen sollen die Stöcke zudem eng am Körper gehalten werden, um niemanden zu verletzten. Und bei Gegenverkehr hat der abfahrende Langläufer immer Vorrang, der andere muss ausweichen. Zu den Regeln >

Schon gewusst? Die Geschichte des Skilanglaufs

Langlaufen gehört zu den ältesten Wintersportarten der Welt. Schon vor tausenden von Jahren schnallten sich die Nordvölker Europas Gleitbretter aus Holz unter die Füße, um sich auf Schnee fortzubewegen und zu jagen. Weil Langlaufen in den skandinavischen Ländern am tiefsten verwurzelt ist, wird es auch als nordische Disziplin definiert. Seit den ersten olympischen Winterspielen in Chamonix 1924 ist Langlaufen (klassisch) olympisch. Erst in den 80er-Jahren schaffte es auch die Skatingtechnik ins olympische Programm.

Nützliche Informationen fürs Skilanglaufen

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Ich arbeite als Skilehrer und Webredakteur für Snowplaza. Meine Begeisterung fürs Skifahren wurde bereits vor über 20 Jahren durch meine Eltern und Großeltern geweckt, die ein Ferienhaus in den Vogesen gebaut haben.

 
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