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Weltcup-Auftakt in Sölden 2026: Favoriten, Absagen und ein bisschen Schnee

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© Ötztal Tourismus - Johann Groder

Schneemangel und Spekulationen über einen Start von Marcel Hirscher bestimmten in den Wochen vor dem Auftakt des alpinen Ski-Weltcups die Schlagzeilen. Wie seit gut 25 Jahren üblich, fällt der Startschuss mit zwei Riesenslaloms – für Damen und Herren – auf dem Rettenbachgletscher im österreichischen Sölden. Für viele Wintersportfans ist das Rennwochenende im Ötztal die inoffizielle Eröffnung der neuen Skisaison.

Hirscher verzichtet auf Sölden

Zuerst zu Marcel Hirscher: Er wird am kommenden Wochenende in Sölden nicht am Start stehen. Nach eigener Aussage hat der für die Niederlande startende ehemalige Olympiasieger ein gutes Trainingslager hinter sich und konnte in den vergangenen Tagen auch auf der Rennpiste ordentlich trainieren. Auf Wettkampfniveau sieht er sich trotzdem noch nicht.

Der Österreicher mit niederländischer Mutter hatte zuvor eine Wildcard für mehrere Weltcuprennen erhalten. Der nächste Slalom steht am Sonntag, 15. November, im finnischen Levi auf dem Programm. Dort könnte Hirscher an den Start gehen – nicht nur, weil er bis dahin noch einige Wochen trainieren kann, sondern auch, weil der Medienrummel hoch im Norden Skandinaviens deutlich kleiner ausfallen dürfte.

Die alljährliche Diskussion

Auch in diesem Jahr wurde in der österreichischen und Schweizer Presse – und natürlich in zahlreichen Foren – wieder heftig darüber gestritten, ob es vertretbar ist, den Weltcup schon Ende Oktober zu starten. Anlass ist der Schneemangel um diese Jahreszeit. Dass die Piste auf dem Rettenbachgletscher jetzt in gutem Zustand ist, ist fast ausschließlich den 60.000 Kubikmetern Schnee aus der vergangenen Saison zu verdanken, die in fünf Depots über den Sommer gebracht wurden.

Nachdem dieser Altschnee auf der Piste verteilt worden war, kamen die Schneekanonen für die harte Deckschicht zum Einsatz. Doch Snowfarming ist teuer und nicht gerade umweltfreundlich, argumentieren Kritiker. Wie auch immer: Die Veranstalter dürften in dieser Woche nervös auf die Wetterprognosen schauen. Und es sieht so aus, als meine es Frau Holle gut mit ihnen: Im Laufe der Woche soll auf dem Gletscher etwas Neuschnee fallen.

Mehr Disziplinen zum Auftakt?

Ein weiterer Streitpunkt ist der Rennkalender. Viele Athletinnen und Athleten sowie ihre nationalen Verbände klagen seit Jahren über einen überfrachteten Terminplan – vor allem über die vielen Reisen zwischen den Rennen. Pläne, die Saison schon früher in Südamerika oder Neuseeland zu eröffnen, wurden deshalb bereits verworfen.

Einige Verbände fragen sich außerdem, warum Sölden und Hochgurgl ihre Rennen nicht gemeinsam ausrichten. Bislang organisieren beide Orte ihre Weltcups getrennt. So liegen in diesem Jahr nur vier Wochen zwischen dem Riesenslalom in Sölden und den Slaloms im nur zehn Kilometer entfernten Hochgurgl.

Inzwischen denken die Organisatoren in Sölden auch über einen Super-G am Eröffnungswochenende nach, damit die Speed-Spezialisten früher in die Saison einsteigen können. Derzeit steht ihr erstes Rennen erst Ende November in den USA auf dem Programm.

Die Favoriten bei den Herren

Bei den Herren ist der Schweizer Marco Odermatt der klare Favorit. Zwar verpasste er Anfang des Jahres Olympia-Gold im Riesenslalom, doch es bleibt seine Paradedisziplin. Sein größter Rivale ist Lucas Pinheiro Braathen, der früher für Norwegen fuhr und inzwischen für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter, an den Start geht. Wer auf die Ergebnisse der vergangenen Saison blickt, ist geneigt, auf ihn zu setzen: Er gewann sowohl die Riesenslalom-Wertung als auch Olympia-Gold in dieser Disziplin.

Ohnehin stellen die Norweger mit Außenseitern wie Atle Lie McGrath und Henrik Kristoffersen ein starkes Team. Die Schweizer bringen neben Odermatt auch Loïc Meillard in Stellung, der auch in diesem Winter wieder in allen Disziplinen antritt und bei den Olympischen Spielen Slalom-Gold holte. Außerdem lohnt sich ein Blick auf drei Österreicher: Stefan Brennsteiner, Marco Schwarz und Manuel Feller.

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© Ötztal Tourismus - Johann Groder

Die Favoritinnen bei den Damen

Bei den Damen scheint für die Medien klar zu sein, wer die Favoritin ist: die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Eine sichere Siegerin des Auftaktrennens ist sie dennoch nicht. Im vergangenen Winter tat sich Shiffrin im Riesenslalom nach einer Verletzung schwer und landete in der Disziplinwertung auf Rang vier, während sie im Slalom wie gewohnt kaum zu schlagen war. In dieser Saison will sie sich vor allem auf den Riesenslalom konzentrieren und weniger Slaloms fahren.

Im Auge behalten sollte man auch die Österreicherin Julia Scheib, die im vergangenen Jahr das Auftaktrennen in Sölden gewann. Zum Kreis der Mitfavoritinnen zählt außerdem die deutsche Allrounderin Emma Aicher, der im vergangenen Winter der Durchbruch im Weltcup gelang: Sie fuhr in allen Disziplinen vorne mit.

Als Außenseiterinnen gelten Paula Moltzan (USA), Alice Robinson (Neuseeland), Sara Hector (Schweden) und Camille Rast (Schweiz).

Die Damen fahren am Samstag, 24. Oktober, die Herren am Sonntag, 25. Oktober. Eurosport überträgt wie gewohnt beide Durchgänge live. Viel Spaß beim Zuschauen!

113 - Winter - Kees

Über Kees

Ich schreibe regelmäßig Reisereportagen aus den Alpen für das Snowplaza Magazin. Skifahren ist für mich eine Art zweites Leben. Irgendwann in meinen Zwanzigern habe ich damit begonnen. Obwohl seitdem mehr als 30 Jahre vergangen sind, kann ich noch keinen Verschleiß feststellen.