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Über 1 m Neuschnee: Lawinenalarm in den französischen Alpen

Lawinengefahr

Die Wettersituation in den französischen Alpen ist kritisch: Innerhalb von zwei Tagen sind bereits mehr als ein Meter Schnee gefallen. Die Skigebiete werden komplett eingeschneit und auch heute kann es noch einmal 70 bis lokal 100 cm Neuschnee geben. Aus diesem Grund gilt in mehreren Bergregionen jetzt die höchste Warnstufe für Lawinen (5/5). Das Skigebiet La Plagne bleibt heute sogar komplett geschlossen.

Kurz zusammengefasst:

  • In den französischen Alpen ist in kurzer Zeit mehr als ein Meter Schnee gefallen und es sollen heute lokal noch 70–100 cm hinzukommen.
  • In mehreren Gebirgsregionen gilt Lawinengefahr 5/5 (Code Rot): Lawinen können spontan abgehen und (lokal) sogar die Täler erreichen.
  • La Plagne ist vollständig geschlossen: Alle Lifte und Pisten bleiben heute dicht.

Extrem viel Schnee in den französischen Alpen

Durch ein gigantisches Tiefdruckgebiet westlich von Europa und einen sehr starken westlichen Höhenwind wird eine enorme Menge feuchter Luft in die Alpen geführt. Wir haben es mit einem Weststau zu tun und die Skigebiete in den französischen Alpen liegen direkt in der Gefahrenzone. Bis einschließlich heute kann die Schneedecke in höheren Lagen lokal um bis zu zwei Meter anwachsen, und das bringt einiges an Chaos mit sich. All dieser Schnee übt enormen Druck auf die Schneedecke aus. Zudem bringt Sturm Nils zusätzlich stürmisches Wetter mit ins Spiel.

Lebensgefahr außerhalb der Pisten

Gestern blieben bereits viele Skilifte wegen der außergewöhnlichen Schneemengen geschlossen und auch mehrere Pisten waren nicht befahrbar. Der viele Schnee sorgt für eine gefährliche Lage in den französischen Bergregionen. Die Lawinensituation ist kritisch und in diversen Skiregionen gilt die höchste Warnstufe der Lawinengefahrenskala: Stufe 5 von 5. Lawinen können sowohl an steilen als auch an weniger steilen Hängen spontan abgehen, selbst ohne menschliches Zutun, und die Schneedecke weist eine schwache Schichtung auf. Geh auf keinen Fall abseits der Piste Ski fahren oder Snowboarden (off-piste). Sogar die französische Regierung rät ausdrücklich davon ab.

Extrem hohe Lawinengefahr in Frankreich: Stufe 5/5 auf der Lawinengefahrenskala
Quelle: © Avalanche.report

Code Rot: extrem hohe Lawinengefahr

Am Mittwoch wurden bereits mehrere Lawinen beobachtet, die sogar niedrigere Höhen (1.400–1.700 Meter) erreicht haben. Der Wetterdienst Météo-France hat aufgrund der kritischen Lage für mehrere Départements Warnungen ausgegeben. In der Savoie, wo bekannte Skigebiete wie Paradiski (La Plagne, Les Arcs), Les Trois Vallées und Tignes-Val d’Isère liegen, gilt derzeit Code Rot. In der Haute-Savoie, im Isère und in den Hautes-Alpes gilt Code Orange.

  • Im Massiv der Haute-Tarentaise erwartet man heute ein außergewöhnlich hohes Lawinenrisiko, für das erhöhte Wachsamkeit geboten ist, vor allem rund um die Orte Villaroger, Tignes und Val d’Isère. Lawinen können spontan entstehen und sogar Straßen, Berginfrastruktur und Häuser (meist oberhalb von 1.800 Metern) erreichen.
  • Auch in den Gebirgszügen Beaufortain, Vanoise und Haute-Maurienne warnt der Wetterdienst vor einer hohen Lawinengefahr. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sehr große Lawinen tiefer in die Täler vordringen können, bis auf 1.200–1.400 Meter Höhe.
  • In den Gebirgsketten Mont-Blanc, Aravis, Chablais, Oisans und Grandes Rousses wird heute ebenfalls mit starker Lawinenaktivität gerechnet. Es soll viele große Lawinen geben, die auch Straßen und Berginfrastruktur erreichen können (häufig oberhalb von 1.800 Metern). Es ist nicht ausgeschlossen, dass sehr große Lawinen auch tiefer in die Täler kommen, möglicherweise bis 1.200–1.400 Meter Höhe.
  • Hohes Lawinenrisiko (4/5) in den Gebirgsmassiven Champsaur, Pelvoux und Thabor. Es besteht die Gefahr von Lawinenabgängen in großer Höhe, häufig oberhalb von 1.800 Metern.

Bleib auch in den kommenden Tagen wachsam

Am Wochenende ist wieder Bettenwechsel, und das bedeutet, dass viele WintersportlerInnen in die französischen Alpen reisen werden, um dort ihren wohlverdienten Skiurlaub zu verbringen. Obwohl der frische Schnee vielleicht verlockend ist, solltest du in den nächsten Tagen wirklich vorsichtig unterwegs sein. Météo-France warnt, auch wenn der Schneefall am Freitag in den frühen Morgenstunden aufhöre, werde die Lawinenaktivität in allen Gebirgsmassiven allmählich abnehmen. Dennoch bliebe die Lage vorerst kritisch. Behalte also die aktuellen Meldungen und Warnungen genau im Blick und bleib unbedingt auf den kontrollierten und frei gegebenen Pisten.

La Plagne vollständig geschlossen

In La Plagne ist Skifahren und Snowboarden heute nicht möglich. Wegen des starken Schneefalls und der extrem hohen Lawinengefahr bleibt das Skigebiet (Teil von Paradiski) vollständig geschlossen. Eine außergewöhnliche Maßnahme, die dort nur selten ergriffen wird. Meist sind zumindest einige geschützte Hänge und niedrig liegende Pisten geöffnet, doch unter diesen Bedingungen bleibt alles geschlossen.

Webcam La Plagne mit Wetterwarnung
Webcam La Plagne

Auch Einschränkungen in diesen Skigebieten:

In weiteren Skigebieten in den französischen Alpen gelten heute aufgrund der Schnee- und Lawinensituation erhebliche Einschränkungen. In Les 3 Vallées ist Val Thorens nur eingeschränkt in Betrieb, und das Skigebiet warnt ausdrücklich davor, in Richtung Les Menuires oder Saint-Martin zu fahren. In Les Menuires ist etwa die Hälfte der Lifte geöffnet, in Courchevel und Méribel etwas mehr, aber auch dort ist Vorsicht geboten. In Chamonix Mont-Blanc sind die Auswirkungen größer: Mehrere Teilgebiete sind geschlossen und auch der Verkehr ist eingeschränkt (Züge fahren nicht weiter als bis Argentière und es gibt keine Skibusse zum höher gelegenen Tal). Val d'Isère hält Teile des Skigebiets geschlossen. Auch in Les 2 Alpes und Alpe d'Huez sind Teile geschlossen.

3237 - Winter - Miriam

Über Miriam

Skifahren, gutes Essen und entspannte Familienzeit – genau diese Mischung macht für Miriam den perfekten Skiurlaub aus. Als Redakteurin bei Snowplaza schreibt sie über familienfreundliche Skigebiete, kulinarische Highlights und persönliche Erlebnisse aus den Alpen. Dabei bringt sie ihre eigene Erfahrung als Mama und Genussmensch mit viel Herz und Authentizität ein.