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Sierra Nevada Bord

Bei Spanien denkt man meist an Sonne, Strand, Tapas und Sangria, aber Skifahren gehört auch dazu. Das Land hat über 30 verschiedene Skigebiete, darunter das südlichste Europas: Sierra Nevada. Es stand schon lange auf meiner Liste und im März war es endlich so weit. In diesem Blog erzähle ich dir alles über einen Skiurlaub in der Sierra Nevada.

Das südlichste Skigebiet Europas

Südlicher kannst du in Europa nicht Ski fahren! Und genau das macht einen Winterurlaub in der Sierra Nevada so besonders. Bevor du in die Berge fährst, siehst du in der Nähe von Granada noch Palmen. Nur etwa 45 Minuten später erreichst du das Hochgebirge, wo das Landschaftsbild von Pinien dominiert wird – „Piños“ auf Spanisch. Zudem bist du hier ganz nah am Mittelmeer!

Die Sierra Nevada ist ein Gebirge im Süden Spaniens, in der Provinz Andalusien, und hat beeindruckende 16 Gipfel, die über 3.000 Meter hoch sind. Der höchste Gipfel, der Mulhacén, erreicht 3.482 Meter. „Sierra Nevada“ bedeutet „verschneite Bergkette“ und genau das findest du hier in den Wintermonaten. Wenn es im Süden Spaniens regnet, fällt der Niederschlag in den Bergen als Schnee. Das ist besonders bemerkenswert für diese südliche Lage. Mitte März ist besonders viel Schnee gefallen – außergewöhnlich viel, sodass das Skigebiet zu den schneereichsten dieses Winters gehört. Auf den Pisten liegen bis zu 400 cm Schnee, und du kannst noch bis zum 3. Mai Ski fahren!

Verkehrsschild Sierra Nevada mit Abfahrt Granada
Das Skigebiet Sierra Nevada liegt etwa 45 Autominuten von Granada entfernt!

Von dicken Schneeflocken begrüßt

Ich lebe nun fast zwei Jahre im Süden Spaniens, aber durch den Umzugsstress beim Auswandern hatte ich bisher noch keine Zeit für einen Skiurlaub in der Sierra Nevada Sierra Nevada. Dabei ist es nur 4 Stunden Fahrt von meinem Zuhause in Ayamonte entfernt. Endlich war es also so weit – Zeit für ein weiteres Häkchen auf meiner Wintersport-Bucket-List! Nachdem wir von Granada aus die Bergstraße hinauf nach Pradollano Pradollano fuhren, wurden wir schon bald von den ersten Schneeflocken begrüßt. Schnell lag mehr als 10 cm frischer Schnee, und das Skidorf erstrahlte in seinem magischen weißen Glanz. Hallo Winter in Spanien!

Sierra Nevada mit Neuschnee im März
Neuschnee in der Sierra Nevada im Frühjahr

Après-Ski in der Sierra Nevada

Nachdem wir unser Auto in der Parkgarage abgestellt hatten, erkundeten wir vor allem das Dorf und das Après-Ski-Leben. Wir kamen später an als geplant und nach einem Blick auf die Webcams und einem Telefonat mit einem Bekannten, der schon auf der Piste war, entschieden wir uns, den Halbtagespass für 50 € nicht zu kaufen. Die Sicht war wirklich schlecht. Also machten wir uns auf, das Dorf Pradollano zu erkunden und ein bisschen Après-Ski zu genießen.

Après-Ski in der Sierra Nevada mit gratis Tapas

Am nächsten Tag auf der Piste

Unser erster Skitag war der Montag. Der Wecker klingelte früh, denn wir wollten die erste Gondel um 08:30 Uhr erwischen. Wir hatten Glück: Fast niemand stand an der Gondel an und bis etwa 10 Uhr hatten wir die Pisten fast für uns allein. Mit der Gondel erreichten wir das Gebiet Borreguiles auf 2.700 Metern. Von hier aus kann man in alle Richtungen fahren und das taten wir auch. In ein paar Stunden erkundeten wir einen großen Teil des Skigebiets. Besonders die Pisten rund um den Monachil-Lift waren unsere Favoriten. Denn dieser Lift ist ziemlich schnell und es war angenehm ruhig. Wir wollten zum höchsten Punkt, aber nach etwa 15 Minuten im Panorámica-Schlepplift stellte sich heraus, dass der Laguna-Sessellift geschlossen war. Sehr schade, denn von dort oben hätte man das Mittelmeer gesehen.

Zwischendurch machen wir eine kleine Pause in der Sonne auf der Terrasse bei Borreguiles, wo es mittlerweile ziemlich voll ist mit Schulklassen und AnfängerInnen. Die grünen Pisten hier sind nicht gerade angenehm: viele unerfahrene SkifahrerInnen ohne Skilehrer, die einfach drauflos fahren. Zum Glück sind die übrigen Abfahrten ruhiger und frei von Kamikaze-WintersportlerInnen. Wir beenden den Skitag mit der Talabfahrt. Die ist noch in idealem Zustand, nur unten ist der Schnee etwas matschiger.

Gondel in der Sierra Nevada
Flo und Niels in de rSierra Nevada fröhlich im Lift

Traumhafte Ausblicke beim Skifahren

Was mich besonders beim Skifahren in der Sierra Nevada beeindruckte? Zu 100% die Ausblicke. So anders als in den Alpen! Das Skigebiet liegt gewissermaßen in einer Mulde oberhalb von Pradollano. Du fährst über der Baumgrenze und von vielen Punkten aus hast du einen schönen Ausblick auf Granada. Bei klarer Sicht muss man unbedingt den höchsten Punkt auf der Valeta ansteuern, dort kann man bis zum Mittelmeer sehen. Leider war der Lift dorthin während meines Besuchs geschlossen – ein guter Grund, wiederzukommen!

Aussicht über Pradollano
Aussicht über Pradollano
Aussicht über Granada
Aussicht über Granada
Happy Flo in der Sierra Nevada
Aussicht auf die Pisten der Sierra Nevada

Tag zwei: Powder auf der Piste

Wir verbrachten zwei Nächte in Pradollano und fuhren an beiden Tagen Ski. Der Zweitagespass für Erwachsene kostete uns 131,50 €. Online gibt es eventuell etwas günstigere Preise. In der zweiten Nacht hat es ordentlich geschneit, und als wir aufwachten, lag etwa 5 cm Schnee auf dem Balkon unseres Apartments. Wieder nahmen wir die erste Gondel nach oben und waren wieder fast alleine. Schade für die Langschläfer, aber wunderbar für uns! In den höheren Lagen waren mehr als 20 cm Schnee gefallen, also ging es durch den Powder. Es war mit -15°C noch etwas kälter als am ersten Tag, und das Wetter spielte verrückt – von Wolken bis Sonne und dichter Nebel. Einmal sahen wir sogar einen Regenbogen um die Sonne, umgeben von glitzernden Schneekristallen. Fast magisch!

Neuschnee am Balkon in der Sierra Nevada
Fröhlich bei Neuschnee

Übernachten in Pradollano

Wir übernachteten während unseres Mini-Wintersporturlaubs in Pradollano. Es gibt auch Unterkünfte entlang der Bergstraße, aber es ist viel gemütlicher, mitten im Zentrum zu wohnen, alles in Fußnähe. Pradollano liegt auf 2.100 Metern und ist an den Berg gebaut. Hier gibt es zahlreiche Hotels und Apartments in verschiedenen Preisklassen. Billig ist es nicht, aber wenn man früh bucht oder ein gutes Angebot ergattern kann, bekommt man eine tolle Unterkunft zu einem fairen Preis. Unser Apartment war nur wenige Minuten von der Gondel entfernt und lag mitten im Zentrum.

Pradollano ist ganz auf den Wintertourismus ausgerichtet. Es gibt Sportgeschäfte, viele Skiverleihe und jede Menge Restaurants und Bars. Für den Einkauf kannst du kleine Supermärkte nutzen. Möchtest du Geld sparen? Dann kaufe deine Vorräte, bevor du in die Berge fährst.

Tapas, Churros und…

Pradollano besteht größtenteils aus hohen Gebäuden, hat aber dennoch eine tolle Atmosphäre. Das liegt vor allem am Baustil, aber auch an den vielen kleinen Restaurants, Bars und Cafés. Die Auswahl ist daher riesig: Schweizer Käsefondue, Churros, Steaks, Tapas, Burger und so weiter. Was uns besonders gut gefallen hat? Dass man in vielen Bars zu seinem Getränk kostenlose Tapas bekommt. Von spanischen Kroketten (Croquetas) bis hin zu einem Teller mit geschmortem Hähnchen, Pommes und Baguette. Und zu jedem Getränk gibt es einen anderen Snack. Die Atmosphäre ist gemütlich und meiner Meinung nach könnten sie diese Art von Après-Ski ruhig auch in den Alpen einführen!

Tapasbar Sierra Nevada

Rund 100 Pistenkilometer in Südspanien

Sierra Nevada ist ein Skigebiet mit einer Höhe von über 3.000 Metern. Die Pisten sind vor allem über der Baumgrenze, was bei Nebel oder Wolken zu schlechter Sicht führen kann. Das Skigebiet bietet über 112 km Pisten, verteilt auf grüne, blaue, rote und schwarze Pisten und besteht aus verschiedenen Bereichen:

  • Área Veleta: Der höchste Punkt des Gebiets auf 3.398 m Höhe, mit roten Pisten.
  • Laguna de las Yeguas: Unterhalb von Área Veleta, auf dem Pistenplan rechts (rote Pisten).
  • Borreguiles: Hier steigt man bei 2.700 m aus der Gondel und findet schöne Übungshänge für AnfängerInnen.
  • Pista del Mar: Ein Familienbereich mit einem Kinderpark und dem „Shark Fun Trail“.
  • Cauchiles / Parador: Eine Mischung aus roten und blauen Pisten bei den Liften Stadium und Valle de San Juan.
  • Loma Dílar: Ruhigere Abfahrten, aber in Verbindung mit einer langen Liftfahrt. Enthält blaue, grüne, rote und schwarze Pisten.
  • Río Monachil: Die Pisten, die zur Talabfahrt nach Pradollano führen (blau und grün).

Auffällig: Die Pistenfarben sind nicht ganz mit denen in den Alpen vergleichbar. So ist Grün eher hellblau und Blau nicht immer das Blau, das man aus den Alpenländern gewohnt ist. Rot kann dagegen oft einfacher sein als Blau. Schwarz ist anspruchsvoll. Auch gut: Bei schlechten Schneeverhältnissen stehen Warnschilder: „Nur für Experten“.

Pistenplan Sierra Nevada

Was kostet ein Skiurlaub in der Sierra Nevada?

Was kostet es also, ein paar Tage in der Sierra Nevada Ski zu fahren? Und, viel wichtiger: ist es das wert? Persönlich fand ich es nicht billig. Es ist das einzige Skigebiet hier im Süden und werden entsprechend höhere Preise verlangt. Für das Geld bekommt man eine tolle Erfahrung, aber auch viele veraltete, langsame Lifte und viele unerfahrene WintersportlerInnen, wie man es beispielsweise auch in Winterberg findet. Ein Überblick:

  • Skipass für zwei Tage: Ein Skipass für zwei Tage kostete 131,50 € (an den Liftkassen; online sind die Preise dynamisch und können daher günstiger sein). Das ist vergleichbar mit Skigebieten in den Alpen, die über mehr Pisten und moderne Lifte verfügen. In der Sierra Nevada sind die meisten Lifte veraltet und langsam.
  • Mittagessen auf der Piste: Da wir eine Gruppe aus SkifahrerInnen und Nicht-SkifahrerInnen waren, trafen wir uns an der Talstation der Gondel zu einem Picknick. Einmal haben wir auf der Piste etwas gegessen. Das kostete für zwei Cola und ein belegtes Baguette 20 €. Für zwei Kaffee und eine heiße Schokolade habe ich 8 € bezahlt.
  • Après-Ski: Bier und Wein sind in der Höhe etwas teurer als unten im Tal. Noch nicht extrem: 4 Bier, 1 Wein für 25 €. Oft inklusive Tapas.
  • Abendessen: Beim Après-Ski gab es (kostenlose) Tapas und danach aßen wir nur noch etwas in der Ferienwohnung. Einmal haben wir auch in einem kleinen Restaurant eine Vorspeise bestellt: Steak Tartar und Thunfisch-Tartar, 6 Bier und 3 Cava (4 Personen) für 110 €.
  • Parkgebühren: Rechne mit Parkgebühren im Parkhaus, wenn es keine Parkmöglichkeiten bei deiner Unterkunft gibt. Das kostet etwa 24 Euro pro 24 Stunden.
  • Einkaufen: Etwas teurer als „unten“. Wir hatten alles Mögliche dabei, haben also nur etwas Brot nachgekauft.

Würde ich wieder hinfahren? Auf jeden Fall! Wir haben bereits erste Pläne für den nächsten Winter geschmiedet…

Wenig los in Sierra Nevada

Anreise Sierra Nevada: wie kommt man dort hin?

Für mich war es ein Heimspiel: nur 4 Stunden Fahrt, und schon war ich auf der Piste, aber das gilt natürlich nicht für alle. Ab Utrecht sind es etwa 2.300 km, was ich persönlich nicht machen würde, wenn man die Alpen so viel schneller erreicht. Das Flugzeug ist die bessere Option, eventuell in Kombination mit einer Städtereise nach Málaga oder Granada. Der Flughafen Málaga ist etwa 170 km entfernt, und mit einem Mietwagen ist man am flexibelsten. Es gibt aber auch Busse und Transfers. Die meiste Zeit benötigt die Bergstraße von der Umgehungsstraße bei Granada. Es sind nur etwa 35 km nach Pradollano, aber dafür braucht man schnell 45 Minuten.

Florien Winter

Über Florien

Florien ist, seitdem sie 12 Jahre alt ist, dem Skisport verfallen. Auf Snowplaza berichtet die leidenschaftliche Köchin über leckere Gerichte, ihre Lieblingsskigebiete und die aktuellsten Nachrichten aus den Alpen.