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Oostenrijk denkt serieus na over eerste indoor skihal

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Österreich zählt Hunderte Skigebiete und ist weltweit als Wintersportland bekannt. Eine Sache fehlt allerdings erstaunlicherweise: eine vollwertige Indoor-Skihalle mit echtem Schnee. Im Österreichischen Skiverband wird der Ruf nach einer solchen Trainingsmöglichkeit immer lauter. Inzwischen werden mehrere mögliche Regionen genannt, darunter Kärnten und die Umgebung von Wien. Konkrete Baupläne gibt es derzeit allerdings noch nicht.

Kurz zusammengefasst

  • Der Österreichische Skiverband sieht eine Indoor-Skihalle als mögliche Lösung für die zunehmend eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten im Sommer.
  • Kärnten und der Osten Österreichs werden als mögliche Standorte genannt
    Für eine Halle mit einer rund 300 Meter langen Piste werden Kosten von 75 bis 100 Millionen Euro veranschlagt.
  • Österreich hat derzeit noch keine klassische Indoor-Skipiste mit echtem Schnee.

Warum ausgerechnet Österreich eine Skihalle will

Wer an Österreich denkt, bringt das Land wohl kaum mit Indoor-Skifahren in Verbindung. Trotzdem wird dort inzwischen immer konkreter über eine überdachte Skipiste gesprochen. Der wichtigste Grund sind die Trainingsmöglichkeiten für RennläuferInnen. Durch warme Sommer und den Rückgang der Gletscher wird es immer schwieriger, das ganze Jahr über im eigenen Land auf Schnee zu trainieren.

Österreichische Skiteams weichen deshalb im Sommer regelmäßig auf Skihallen in anderen europäischen Ländern aus. Für längere Trainingsphasen reisen sie sogar nach Südamerika. Vor allem für junge Talente und Europacup-AthletInnen sind solche Trainingslager teuer und zeitaufwendig.

Mario Stecher, Sportdirektor des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), sieht eine eigene Indoor-Trainingsanlage deshalb als Möglichkeit, die Trainingsbedingungen im eigenen Land zu verbessern. Ein Millionenprojekt dieser Größenordnung kann der Skiverband allerdings nicht allein finanzieren.

Kärnten sieht Chancen nahe der Grenze zu Italien und Slowenien

Einer der Standorte, die inzwischen ins Gespräch gebracht werden, liegt in Kärnten. Arno Arthofer, Landessportdirektor von Kärnten, sieht Potenzial für eine Skihalle in der Alpen-Adria-Region in der Nähe des Dreiländerecks Österreich-Italien-Slowenien.

Diese Lage könnte seiner Einschätzung nach interessant sein, weil die Halle nicht ausschließlich von österreichischen SportlerInnen genutzt werden müsste. Auch Skiteams, Vereine und FreizeitskifahrerInnen aus Italien und Slowenien könnten dort trainieren oder Ski fahren. Damit könnte sogar ein grenzüberschreitendes Projekt entstehen.

Günstig wäre das allerdings nicht. Für eine rund 300 Meter lange Indoor-Piste ist von Investitionen zwischen 75 und 100 Millionen Euro die Rede. Für die Finanzierung wären mehrere Beteiligte nötig, beispielsweise der Skiverband, öffentliche Stellen, Unternehmen, Tourismusorganisationen, Bergbahnen und private InvestorInnen.

Auch der Raum Wien ist im Gespräch

Kärnten ist nicht die einzige Region, über die gesprochen wird. ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober sieht auch im Osten Österreichs Möglichkeiten. Eine überdachte Schneeanlage könnte dort zudem noch einen anderen Zweck erfüllen: Kindern aus städtischen Regionen den Zugang zum Skisport zu erleichtern.

Auch Österreichs Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat die Idee einer Skihalle in oder rund um Wien ins Spiel gebracht. Direkt in der Hauptstadt ist dafür nur wenig Platz vorhanden, weshalb eher Standorte im Wiener Umland, in Niederösterreich oder im nördlichen Burgenland infrage kommen könnten.

Es gibt sogar Überlegungen, Indoor-Wintersport mit einem zukünftigen Nationalstadion zu kombinieren. Neben alpinem Skifahren könnte dabei auch Platz für Freestyle und Langlaufen entstehen. Bislang handelt es sich dabei jedoch lediglich um Ideen. Ein Standort wurde noch nicht festgelegt und es gibt weder einen konkreten Bau- noch einen Finanzierungsplan.

Österreich hat noch keine echte Indoor-Skipiste

Ganz unbekannt ist Indoor-Skifahren in Österreich allerdings nicht. In Windischgarsten gibt es eine Trainingsanlage, auf der junge SkifahrerInnen ihre Technik auf einer verstellbaren, mit Wasser befeuchteten Laufmatte trainieren können. Maximal vier Personen können dort gleichzeitig üben.

In Wien gibt es während der Wintermonate außerdem eine temporäre Kunststoff-Skipiste auf der Hohe-Wand-Wiese, die unter anderem von Schulkindern genutzt wird. Eine überdachte Piste, wie man sie beispielsweise aus Deutschland oder den Niederlanden kennt und auf der tatsächlich auf Schnee Ski gefahren werden kann, gibt es in Österreich bislang jedoch nicht.

Bis dahin muss noch einiges passieren

Ob Österreich tatsächlich eine eigene Skihalle bekommt, ist also noch längst nicht sicher. Die Diskussion wird inzwischen an mehreren Stellen geführt, doch ein endgültiger Standort, InvestorInnen und ein Finanzierungsmodell fehlen noch. Auch ein Genehmigungsverfahren wurde bislang nirgendwo gestartet.

Hinzu kommt, dass ein Projekt mit Investitionskosten von bis zu 100 Millionen Euro zwangsläufig Fragen aufwirft. KritikerInnen verweisen unter anderem auf die hohen Baukosten und den Energieverbrauch, der notwendig wäre, um eine Indoor-Piste ganzjährig kühl und schneebedeckt zu halten.

Vorerst bleibt es deshalb bei Plänen und Ideen. Dass ausgerechnet ein Wintersportland wie Österreich ernsthaft über eine Indoor-Skihalle nachdenkt, zeigt allerdings, wie sehr sich die Möglichkeiten verändern, im Sommer auf Naturschnee zu trainieren.

Miranda Winter

Über Miranda

Soweit ich mich erinnern kann, war ich immer schon in den Bergen unterwegs, denn es gibt hier so viel zu tun: Skifahren, Snowboarden, Wandern oder Mountainbiking - ich mag alle Sportarten. Meine Freunde sagen oft, dass es wohl keinen Platz in den Bergen gibt, an dem ich noch nicht war.