Der Winter in den chilenischen Anden verläuft weiterhin außergewöhnlich. Nach einem zähen Start ist seit Mitte Juli so viel Schnee gefallen, dass mehrere Skigebiete ihre Saison verlängern. Valle Nevado plant inzwischen Skifahren und Snowboarden bis einschließlich 18. Oktober. Zuvor hatte auch Ski Portillo bekannt gegeben, dass die Lifte länger laufen als ursprünglich geplant.
Kurz zusammengefasst
- Valle Nevado verlängert die Saison bis einschließlich 18. Oktober
- Ski Portillo bleibt bis einschließlich 12. Oktober geöffnet
- In den zentralen Anden sind seit Mitte Juli mehrere Meter Schnee gefallen
- Auch Ende August ist erneut Schnee vorhergesagt
- Dabei begann die Saison zunächst schwierig mit zu wenig Schnee
- Straßen und Zufahrten bleiben in den Anden ein wichtiger Faktor
Valle Nevado fährt bis 18. Oktober weiter
Valle Nevado, eines der bekanntesten Skigebiete Chiles, will die Wintersaison in diesem Jahr bis einschließlich 18. Oktober verlängern. Damit läuft die Saison auf der Südhalbkugel bis weit in den Frühling hinein.
Das Skigebiet liegt in den zentralen Anden, weniger als zwei Autostunden vom Flughafen Santiago entfernt. Durch die anhaltenden Schneefälle sind die Bedingungen auf den Pisten laut Skigebiet für diese Phase der Saison außergewöhnlich gut. Mit der Verlängerung kommt Valle Nevado auf insgesamt 121 Skitage.
Die Entscheidung ist bemerkenswert, denn viele Skigebiete auf der Südhalbkugel fahren den Betrieb normalerweise gegen Ende September oder Anfang Oktober herunter. In Chile scheint der Winter 2026 dagegen noch lange nicht vorbei zu sein.
Von schwierigem Start zu meterweise Schnee
Der Kontrast zum Beginn des Winters ist groß. Im Juni hatten mehrere Skigebiete in Chile und Argentinien noch Schwierigkeiten, ausreichend Pisten zu öffnen. Auch Portillo musste den Saisonstart wegen Schneemangels verschieben.
Ab Mitte Juli stellte sich die Wetterlage komplett um. Kräftige Stürme brachten innerhalb kurzer Zeit enorme Schneemengen in die Anden. Portillo war zwischenzeitlich sogar vollständig von der Außenwelt abgeschnitten – wegen Schnee und Lawinengefahr. Später sorgte genau dieser Schnee schließlich für zusätzliche Skitage. Auch Valle Nevado profitiert jetzt von diesem Wetterumschwung. Das Skigebiet hat in diesem Winter inzwischen mehr als fünf Meter Schnee erhalten und rechnet dank der guten Grundlage mit einem langen Frühjahr auf den Pisten.
Auch Portillo verlängert die Saison
Ski Portillo hatte bereits zuvor angekündigt, länger geöffnet zu bleiben. Ursprünglich sollte die Saison am 26. September enden, nun verlängert das Skigebiet bis einschließlich 12. Oktober. Das bedeutet 16 zusätzliche Skitage. Für Portillo ist es eine besondere Saison mit zwei Extremen: Zunächst gab es zu wenig Schnee für einen pünktlichen Start. Danach folgten kräftige Stürme, mehrere Meter Neuschnee und eine längere Sperrung der internationalen Bergstraße zum Skigebiet.
Die Schneemassen sorgten zeitweise für große Probleme, bilden nun aber eine stabile Grundlage für den weiteren Verlauf der Saison. Die Erreichbarkeit bleibt dennoch ein Punkt, den Reisende gut im Blick behalten sollten. In den Anden können Schneefall, Wind und Lawinengefahr die Zufahrtsstraßen kurzfristig beeinflussen.
Neue Störung hält den Winter am Leben
Die schneereiche Phase scheint noch nicht ganz vorbei zu sein. Ende August steht erneut Schnee für Teile Chiles und Argentiniens in den Prognosen. Vor allem in den zentralen Anden könnte noch einmal eine ordentliche Ladung dazukommen.
Für die Skigebiete ist das eine gute Nachricht für die Schneebasis, kann aber auch vorübergehend Probleme verursachen. Nach starken Schneefällen müssen Pisten präpariert, Lifte kontrolliert und lawinengefährdete Bereiche gesichert werden. Viel Schnee bedeutet also nicht automatisch, dass sofort alles geöffnet werden kann. Trotzdem ist der Trend klar: Der Andenwinter 2026 hat sich nach einem zögerlichen Start zu einem der auffälligsten Winter der vergangenen Jahre entwickelt.
Skifahren, während Europa auf den Herbst wartet
Für europäische WintersportlerInnen fühlt sich Skifahren im Oktober oft nach Gletscher oder besonders frühem Saisonstart in den Alpen an. In Chile ist es dann hingegen das Ende des Winters und der Beginn des Frühlings. Durch die außergewöhnlichen Schneefälle verschiebt sich die Saison in diesem Jahr weiter nach hinten.
Wer im September oder Oktober noch Ski fahren möchte, hat in den zentralen Anden also mehr Möglichkeiten als üblich. Valle Nevado peilt den 18. Oktober an, Portillo den 12. Oktober. Wie viele Pisten zu diesem Zeitpunkt tatsächlich geöffnet bleiben, hängt natürlich vom Wetter, den Temperaturen und der Schneequalität in den kommenden Wochen ab.
Besonderer Abschluss eines wechselhaften Winters
Der chilenische Winter 2026 zeigt, wie schnell sich die Bedingungen in den Bergen ändern können. Im Juni herrschte noch Schneemangel. Im Juli und August folgten Stürme, gesperrte Straßen und meterweise Schnee. Nun sorgen genau diese Schneemassen dafür, dass Skigebiete länger geöffnet bleiben.
Für Valle Nevado und Portillo bedeutet das eine außergewöhnlich lange Saison. Für WintersportlerInnen ergibt sich daraus eine Möglichkeit, die es nicht jedes Jahr gibt: Skifahren in den Anden bis weit in den Oktober hinein.