Die Lech Bergbahnen AG hat im Winter 2025/2026 rund 750.000 m³ technischen Schnee produziert, das sind 31,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Energieverbrauch stieg dabei nur um rund 13 Prozent – nun fließen weitere Millionen in die Beschneiungsinfrastruktur.
In Kürze:
- ❄️ Lech produzierte im vergangenen Winter rund 750.000 m³ technischen Schnee
- 📈 Das sind 31,5 Prozent mehr als im Vorjahr
- ⚡ Der Energieverbrauch stieg im Vergleich dazu nur um rund 13 Prozent
- 💶 2026 fließen rund 5 Millionen Euro in die technische Beschneiung
- 🏔️ Richtung Kriegerhorn und Steinmähder soll die Beschneiungsleistung verdreifacht werden
Schneearmer Winter zeigt Wirkung
Der Winter 2025/2026 war in weiten Teilen des Alpenraums von unterdurchschnittlichen Naturschneemengen geprägt. Für Lech am Arlberg wurde dadurch besonders deutlich, wie wichtig technische Beschneiung inzwischen für einen verlässlichen Skibetrieb ist. Nach Angaben der Lech Bergbahnen konnten die Pisten trotz schwieriger Ausgangslage vom Saisonstart bis zum Saisonende in gutem Zustand gehalten werden. Insgesamt wurden rund 750.000 m³ technischer Schnee erzeugt. Auffällig ist dabei vor allem das Verhältnis zwischen Schneemenge und Energieverbrauch: Während die produzierte Schneemenge um 31,5 Prozent stieg, nahm der Energieverbrauch nur um rund 13 Prozent zu.
Neue Schneeerzeuger und bessere Leitungen
Grund für die höhere Effizienz sind vor allem Investitionen in die Beschneiungsinfrastruktur. Im Sommer 2025 wurden rund 8 Millionen Euro investiert. Dabei wurden unter anderem das Hauptpumpwerk angepasst, das Leistungsnetz erneuert und die Anlage leistungsfähiger gemacht. In den vergangenen zwei Jahren investierten die Lech Bergbahnen außerdem in 80 neue Schneeerzeuger von Supersnow und DEMACLENKO. Laut Unternehmen sind diese Anlagen rund 40 Prozent energieeffizienter. Zusätzlich kommen neue Schneeerzeuger und Schneilanzen dazu, um schneearme Phasen besser abfedern zu können.
Weitere Ausbauschritte im Sommer 2026
Die Modernisierung geht im Sommer 2026 weiter. Rund 5 Millionen Euro fließen erneut in die technische Beschneiungsinfrastruktur. Konkret folgt der zweite Teil der Bauarbeiten an den Leitungen rund um den Schlegelkopf. Dadurch soll sich die Beschneiungsleistung in Richtung Kriegerhorn und Steinmähder ab der kommenden Wintersaison verdreifachen. Gemeinsam mit den Oberlecher Skigesellschaften ist zudem der Beschneiungssee „Sulzen“ geplant. Ziel ist es, die verfügbaren Wasserressourcen zu erhöhen und die Pisten künftig innerhalb von 50 bis 70 Stunden grundbeschneien zu können. Auch im unteren Bereich des Madlochs sollen neue Lanzen für eine schnellere und energieeffizientere Schneeproduktion sorgen.
Wasser und Energie: was Lech dazu sagt
Für die Schneeproduktion wird Wasser aus dem Lech genutzt. Die Wasserentnahme wurde auf rund 400 Liter pro Sekunde erweitert und erfolgt laut Lech Bergbahnen konzentriert über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen. Mit der Schneeschmelze gelangt das Wasser wieder zurück in den natürlichen Wasserkreislauf. Beim Strom verweist das Unternehmen darauf, dass dieser in Lech für die Beschneiung nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. Gleichzeitig betont Lech, dass das verwendete Wasser ohne Zusätze wieder in den Kreislauf zurückfließt.
Beschneiung wird zum zentralen Zukunftsthema
Die Zahlen aus Lech zeigen einen Trend, der in vielen alpinen Skigebieten immer wichtiger wird: Schneesicherheit entsteht nicht mehr nur durch Höhenlage und Naturschnee, sondern zunehmend durch kurze Kältefenster, leistungsfähige Pumpwerke, präzise Schneehöhenmessung und effiziente Schneeerzeuger. Für WintersportlerInnen bedeutet das vor allem stabilere Pistenbedingungen in schneearmen Wintern. Gleichzeitig wird die Diskussion um Wasser, Energie und Nachhaltigkeit in Skigebieten weiter an Bedeutung gewinnen. Lech versucht hier, technische Modernisierung, erneuerbare Energie und gezieltes Ressourcenmanagement miteinander zu verbinden.