Atomic AMID-Technologie in Skihelmen: Was ist das, wie funktioniert es und worin liegt der Unterschied zu einem Helm ohne AMID? Leicht erklärt für WintersportlerInnen. Ein Skihelm muss vorrangig eines: den Aufprall bei einem Sturz oder Zusammenstoß so gut wie möglich abfedern. Viele Helme tun das mit einer „klassischen“ Schicht EPS-Schaum. Atomic verwendet bei einigen Modellen eine zusätzliche Technologie: AMID (Atomic Multi-directional Impact Deflector). Die spannendste Frage lautet also: Was ist der Unterschied zwischen einem Helm mit und ohne AMID?
AMID: Was ist das?
AMID ist ein zusätzliches Schaumsystem mit zwei Dichten, das an der Helmschale befestigt ist, aber in alle Richtungen frei rotiert. Die Idee: Bei einem Aufprall dämpft der Schaum sofort an der Stelle des Einschlags und hilft dadurch, die Wucht vom Kopf wegzuleiten. Atomic beschreibt das als besseren Schutz bei Schlägen „aus allen Richtungen“, auch wenn der Aufprall schräg erfolgt.
Warum ist Rotation so gefährlich? Bei den meisten Skiunfällen schlägt dein Kopf nicht senkrecht nach unten, sondern schräg oder seitlich auf. Denk an: Wegrutschen auf einer Eisplatte, ein drehender Sturz nach einem Sprung oder eine Kollision, bei der dein Kopf verdreht wird. Bei so einem schrägen Aufprall entsteht Rotation: Dein Kopf rotiert schnell. Diese Drehbewegung kann laut medizinischen Untersuchungen mehr Schäden im Gehirn anrichten als ein gerader Schlag. Das Gehirn „schüttelt“ gewissermaßen in deinem Schädel hin und her, was möglicherweise zu einer Gehirnerschütterung oder schwereren Hirnverletzungen führt. Traditionelle Helme mit reinem EPS-Schaum fangen gerade Schläge gut ab, wirken aber wenig gegen diese Rotation. AMID versucht, genau dieses Problem anzugehen.
Skihelm ohne AMID: Wie funktioniert der Schutz normalerweise?
Die meisten Skihelme verwenden EPS-Schaum (einen harten, leichten „Stoßdämpfer“). Bei einem Aufprall verformt sich dieser Schaum, um die Wucht des Aufpralls zu absorbieren. Das ist die Basis, auf der Helme getestet und zertifiziert werden. Wichtig: Auch ohne AMID kann ein Helm also sehr sicher sein. Vorausgesetzt, er passt gut und entspricht der Norm.
Skihelm mit AMID: Was leistet dieses System zusätzlich?
Mit AMID kommt eine zusätzliche Schicht im Helm hinzu, die einen Sturz durch den Dual-Density-Aufbau sofort beim Aufprall dämpft. Außerdem bewegt sich diese Schicht in der Helmstruktur mit, wodurch Energie nicht nur „verschluckt“, sondern auch teilweise umgelenkt/weggeleitet wird. Atomic verbindet AMID zudem mit Testergebnissen, bei denen die (durchschnittliche) Rotationsbeschleunigung niedriger ausfällt als bei vergleichbaren Helmen ohne eine solche multidirektionale Deflektorschicht (laut Herstellerangabe „bis zu 40 % besser“). Achtung: „bis zu 40 %“ ist eine Herstellerangabe und hängt in der Praxis immer von Testaufbau, Aufprallwinkel, Geschwindigkeit und Modell ab.
Was bedeutet das für dich auf der Skipiste?
In der Praxis läuft es darauf hinaus: Bei einem geraden Aufprall (z. B. Rücklage auf harter Schneedecke) erledigt jeder gute Helm seine Grundaufgabe: die Wucht des Aufpralls absorbieren. Bei einem schrägen Aufprall (z. B. Wegrutschen, Drehen und seitliches Aufprallen) versucht AMID laut Atomic gerade für dort zusätzliche Sicherheit zu sorgen. Dies geschieht durch die Kombination aus Dämpfung und „Ablenkung“ mittels Bewegung des Schaums. Du spürst das nicht als „Gefühl“ im Helm und man hofft ja, es niemals zu benötigen, aber es ist ein Unterschied in der Konstruktion und in der Art, wie ein Aufprall aufgefangen wird.
Welche Voraussetzungen muss ein Skihelm ohnehin erfüllen?
Unabhängig von AMID oder einer anderen Technologie: Schau immer nach Zertifizierungen im Helm, wie z. B. CE EN 1077 (häufig in Europa) und ASTM F2040 (häufig verwendet, u. a. in Nordamerika). Diese Zertifizierungen prüfen u. a. Aufprallschutz und ob der Helm gut am Kopf sitzt.
- Ohne AMID: Basisschutz durch EPS; sicher, solange der Helm gut passt und zertifiziert ist.
- Mit AMID: zusätzlicher Schutz, der laut Atomic Aufprälle aus mehreren Richtungen besser abfängt und niedrigere Rotationsbelastungen zeigt (in internen Impact-Tests, die sie mit einer speziellen Maschine in der eigenen Fabrik durchführten).
AMID ist also eine zusätzliche Absicherung, die man als eine Sicherheitsstufe mehr ansehen kann, im Vergleich zu Skihelmen ohne dieses System. Das merkt man auch am Preis. Du investierst etwas mehr in diese Technologie und damit in mehr Sicherheit bei einem möglichen Sturz. Der größte Sicherheitsaspekt bleibt allerdings die richtige Größe und Passform. Ein Hightech-Helm, der zu locker sitzt, verliert seinen Vorteil.
Was kostet ein Helm mit AMID?
Der Preisunterschied zwischen Atomic-Helmen mit und ohne AMID ist spürbar:
- Ohne AMID: 60,– € bis 120,– €
- Mit AMID: 120,– € bis 300,– €
- Mit AMID und Visier: 200,– € bis 400,– €
Der Unterschied liegt nicht nur an der AMID-Technologie, sondern auch an weiteren Features wie Visieren, verstellbarer Belüftung und Premium-Materialien. Die Basismodelle mit AMID (wie die Savor AMID) beginnen bei rund 120,– €, die Topmodelle mit Visier und photochromatischer Linse können bis zu 400,– € kosten.
Ist die AMID Technologie sinnvoll für Kinder?
Ja, vielleicht sogar mehr als für Erwachsene. Denn Kinder:
- Fallen häufiger, aufgrund von weniger Erfahrung und Kontrolle
- Haben im Verhältnis zum Körper einen größeren Kopf, das sorgt für eine größere Hebelwirkung bei Rotation
- Ihre Gehirne entwickeln sich noch und sind verletzlicher
Atomic bietet auch Junior-Modelle mit AMID an, wie die Revent Jr AMID (ab 90,– €). Für Eltern, die sich zusätzliche Sicherheit wünschen, ist das eine gute Investition. Die Passform bleibt dennoch wichtiger als die Technologie. Ein AMID-Helm, der zu locker sitzt, ist weniger sicher als ein simpler Helm, der perfekt passt.
Die verschiedenen Skihelme von Atomic mit AMID
- REVENT GT AMID VISOR HD PHOTO
- SAVOR GT AMID VISOR HD
- REVENT GT AMID
- FOUR AMID
- FOUR AMID PRO
- SAVOR AMID VISOR HD
- SAVOR AMID
- SAVOR GT AMID
- REVENT AMID
- REVENT GT AMID VISOR HD
- FOUR AMID LITE
- REVENT GT AMID SIGNATURE
- REVENT GT AMID Arc'teryx Edition
- REVENT+ AMID
- SAVOR GT AMID VISOR HD PHOTO
- REDSTER
Auch in den Rückenprotektoren von Atomic ist das AMID-System verbaut. Der AMID Lite Body verfügt über eine einzigartige Struktur, die maximalen Schutz, Flexibilität und Atmungsaktivität in einem Level-1-Protektor bietet.
Muss ich mich für AMID entscheiden?
Entscheide DICH FÜR AMID, wenn:
- Du einen Rotationsschutz wünscht, zusätzlich zur Basis-Sicherheit
- Du Off-Piste oder im Funpark unterwegs bist, denn dort herrscht eine größere Wahrscheinlichkeit für unvorhersehbare Stürze.
- Dein Budget es erlaubt (ab ca. 120,– €)
- Du ein Kind hast, das Ski fährt/snowboardet, um für zusätzlichen Schutz für verletzlichere Gehirne zu sorgen
AMID kann weniger Priorität haben, wenn:
- Dein Budget begrenzt ist. Investiere dann lieber in einen gut sitzenden Basishelm, als in eine teure AMID-Variante, die nicht perfekt passt.
- Du sporadisch Ski fährst (z. B. ein Mal alle drei Jahre) und nur auf blauen Pisten unterwegs bist. Dann ist ein guter Basishelm ausreichend.
- Du bereits einen aktuellen Helm hast, der gut passt. Ersetze ihn nur bei Beschädigung oder nach etwa 5 Jahren.
Die goldene Regel: Passform ist wichtiger als Technologie. Probiere immer mehrere Größen und Modelle. Ein Helm sollte:
- Straff sitzen, ohne zu drücken
- Nicht verrutschen, wenn du den Kopf bewegst
- Den ganzen Skitag über bequem sein
Wir haben die Atomic-Skihelme (mit und ohne AMID) bereits vielfach getestet und sind Fans!
Wir haben die Atomic-Skihelme (mit und ohne AMID) bereits ausgiebig getestet und sind begeistert!