19. März 2018 Von: Marlene in 'Skifahren'' | 1 Kommentare

Im Skigebiet wohnen und arbeiten ist für viele Skifahrer ein Traum. Zum Beispiel als Skilehrer, als Hotelbetreiber oder im Service auf der Skihütte. Das Problem ist nur, dass dann die Arbeitszeiten mit den Öffnungszeiten des Skigebiets kollidieren. Das bedeutet, dass für das Skifahren kaum mehr Zeit bleibt, als an den Wochenenden. Anders sieht das im Beruf des Pistenraupenfahrers aus. Der arbeitet nachts mit schwerem Gerät und hat tagsüber öfter mal frei. Doch wie wird man eigentlich Pistenraupenfahrer und wie sieht der Alltag tatsächlich aus? Snowplaza verrät Ihnen alles, was Sie über den Beruf wissen möchten.

Pistenraupenfahrer leben mit ihrem Beruf einen Traum

Pistenraupenfahrer steuern schwere Gerätschaften. Die großen Pistenbullys haben über 450 PS. Um damit die perfekten Pisten präparieren zu können, gehört einiges an Erfahrung und ein Gespür für die verschiedenen Schneebedingungen dazu. Die meisten Pistenraupenfahrer leben mit ihrem Beruf einen Traum. Oft kamen sie schon als Kinder mit den Präparierungsmaschinen in Berührung. Zum Beispiel, weil ein Verwandter oder Nachbar den Nachwuchs immer mal wieder mit auf Tour genommen hat. Das vorherige Erlernen eines technischen oder handwerklichen Berufs ist aber sicher kein Nachteil.

Pistenraupen in Lech in Ski Arlberg im Einsatz

Pistenraupen in Lech in Ski Arlberg im Einsatz

Wie wird man Pistenraupenfahrer?

In den meisten Skigebieten braucht es keine speziellen Voraussetzungen, um eine Pistenraupe zu fahren. Es gibt auch keinen Ausbildungsberuf in diesem Bereich. Einzig der Besitz eines gültigen Führerscheins ist notwendig und technische Kenntnisse sind genauso wie handwerkliches Geschick von Vorteil. In der Schweiz wird die Fahrlizenz eines LKWs benötigt. Um jedoch alleine eine Pistenraupe bewegen zu dürfen, folgt zuerst eine Einleitung durch einen erfahrenen Fahrer. Der nimmt einen mit auf Tour, erklärt, worauf es ankommt, wie die verschiedenen Gelände zu befahren sind und auf welche Sicherheitsaspekte es zu achten gilt. Zum Beispiel seilen sich Pistenraupen ab einer gewissen Steigung an.

Arbeitszeiten von 16.30 bis 1 Uhr nachts

Gegen 16:30 Uhr schließen die Liftanlagen in den meisten Skigebieten. Die letzten Wintersportler fahren zurück ins Tal und es folgt eine Kontrollfahrt durch das Pistenpersonal. Anschließend beginnt der Arbeitsalltag des Pistenpräparierungs-Teams. Mit schwerem Gerät rücken sie aus und kümmern sich darum, dass die zerfahrenen Abfahrten wieder glatt und gleichmäßig werden. Meistens erledigen die Pistenraupenfahrer ihren Dienst in Ruhe. Sie sitzen allein in der Raupe, hören Radio oder unterhalten sich über Funk mit den Kollegen. Dabei erschweren vor allem Neuschnee und Tourengeher die Arbeit auf der Piste.

Pistenraupe in der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental

Pistenraupe in der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental

Schneefall und Tourengeher erschweren die Arbeit

Für die glatten und harten Pisten am nächsten Morgen sind nicht nur die Pistenraupen verantwortlich. Das Gefährt entfernt zwar Hügel und macht die Abfahrten gleichmäßig. Den Rest übernimmt aber der Frost. Wenn es stark schneit, können auch die Pistenraupen die Abfahrten oft nicht mehr fest bekommen. Genauso ärgern sich die Fahrer über die Erfahrung mit Tourengehern. Die steigen über die noch weichen Pisten auf und hinterlassen Spuren, die in der Nacht ebenfalls frieren und für harte Rillen in der Piste sorgen. Außerdem sind das Aufsteigen und Abfahren während der Pistenpräparierungsarbeiten für die Sportler lebensgefährlich.

Pistenraupe mit GPS zur Schneehöhenmessung

Pistenraupe in Ischgl mit GNSS (Global Navigation Satellite System)

Pistenpräparierung mit Walzen im Jahr 1963

Pistenpräparierung in Ischgl im Jahr 1963 mit Walzen

Die schönsten Sonnenuntergänge erleben Pistenraupenfahrer

Sonnenuntergang in der Silvretta Arena Ischgl-Samnaun

Sonnenuntergang in der Silvretta Arena Ischgl-Samnaun

Einmal in der Pistenraupe mitfahren

Wer nicht sicher ist, ob Pistrenraupenfahrer der Traumberuf werden könnte, kann in den Alltag eines Pistenpräpariers hineinschnuppern. Das ist zum Beispiel im Frühjahr auf dem Hintertuxer Gletscher und an der Zugspitze möglich. Jeden Tag ab 16:00 Uhr werden die Plätze am Beifahrersitz im Pistenbully vergeben. Ab einem Alter von 10 Jahren können Sie bis zum 31.03.2018 den Pistenraupenfahrer 2 Stunden lang bei seiner Arbeit durch das Skigebiet begleiten. Für Kinder kostet das Erlebnis 25 Euro und für Erwachsene liegt der Preis bei 40 Euro. Eine vorherige Anmeldung und ein gültiges Liftticket sind unbedingt erforderlich.

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Kommentare

Von: Paul Borrmann am 16. Januar 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, ist es möglich bei ihnen als Pistenraupenfahrer zu arbeiten? Ich würde gerne in meinen Wintersemesterferien vom 11.02.2019 bis zum 19.03.2019 bei ihnen als Pistenraupenfahrer arbeiten. Ich Studiere derzeit im Masterstudium Agrarwirtschaft und habe eine Lehre als Landwirt abgeschlossen. Der Umgang mit großen Maschinen ist mir daher bekannt. Erfahrungen mit einer Pistenraupe habe ich jedoch nicht. Mit freundlichen Grüßen Paul Borrmann



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Als Wahlmünchenerin habe ich die Alpen ja quasi vor der Tür und bin deshalb gern in den Bergen unterwegs. Von Oktober bis Mai und manchmal auch im Hochsommer begleiten mich dabei meine geliebten Skier.

 
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