25. August 2014 Von: Fabian in 'Skiführer-Tipp'' | 0 Kommentare

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Freeriden am Arlberg

Kaum ein Trend verbreitet sich im alpinen Sport so rasant wie das Freeriden. Der Begriff Freeriding bezeichnet mehr als nur das Skifahren im Tiefschnee abseits der Pisten. Es beschreibt eine Lebenseinstellung: Natur, Schwerelosigkeit, Freiheit. Jeder Skifahrer oder Snowboarder kann in den Genuss des Freeride-Gefühls kommen - eine entsprechende Fahrtechnik, Ausrüstung und passende Bedingungen vorausgesetzt. Wer einmal Blut geleckt hat, will immer mehr. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Tiefschneefahren benötigen und wo es die besten Skigebiete zum Freeriden gibt. Hier planen Sie Ihren Skiurlaub >>

Ein faszinierender Sport: Wie Fliegen, nur schöner!

Unter Freeride versteht man das Skifahren oder Snowboarden abseits der präparierten Pisten im freien Gelände. Um ein guter Freerider zu werden, bedarf es allerdings einer besonderen Tiefschneetechnik und viel Übung. Denn anders als auf präparierten Pisten sinken Sie im Tiefschnee ein. Erst mit steigender Fahrgeschwindigkeit heben sich die Ski immer weiter aus dem Schnee heraus. Das Gefühl ist unbeschreiblich und wenn überhaupt nur mit Fliegen vergleichbar. Neben Pulverschnee eignet sich auch Firn ausgezeichnet zum Freeriden. Dieser entsteht in den warmen Frühlingsmonaten, wenn die Sonne die Oberfläche der komprimierten Schneeschicht antaut. Auf Grund der Bremswirkung der lockeren Schneemassen, lassen sich im Tiefschnee extrem steile Gefälle bewältigen.

Informations-Film von Freeride Deluxe, 26 Min.

Achtung, Lawinengefahr!

Tiefschneefahren hält den Endorphinspiegel hoch. Das weiße Glück birgt allerdings auch hohe Gefahren. Beim Skifahren im freien Skiraum besteht das Risiko, Lawinen auszulösen. Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, müssen immer die aktuellen Schneebedingungen kontrolliert werden. Die Europäische Gefahrenskala für Lawinen gibt in einem 5-stufigen System Auskunft über die aktuelle Gefahrensituation. Ab Stufe 3 besteht bereits eine erhebliche Lawinengefahr. Auch Gletscherspalten, die unter der Schneedecke nicht erkennbar sind, bergen Risiken. Ein Spaltsturz endet meist tödlich. Deshalb gilt: Immer einen staatlich geprüften und ortskundigen Bergführer buchen. Allerdings bleibt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein gewisses Restrisiko. Info-PDF Risikominimierung downloaden >>

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Ausrüstung für den Notfall und die richtigen Skier

Freerider sollten zu jeder Zeit eine entsprechende Sicherheitsausrüstung mitführen. Zum Basis-Paket gehören Pieps (LVS-Gerät), Schaufel und Sonde. Ordentliche Sets gibt es ab 300 Euro. Zusätzlichen Schutz bieten ABS-Lawinenrucksäcke. Im Ernstfall kann ein Airbag ausgelöst werden, der den Skifahrer an der Oberfläche der Lawine hält. Die Preise liegen zwischen 400 und 700 Euro. Auch der Skihelm und die richtigen Latten dürfen für den Pulvergenuss nicht fehlen. Tiefschneeski sind lang und breit. Das Ergebnis: Der Ski sinkt nicht so tief ein und schwimmt schneller auf. Dazu kommt bei den meisten Modellen ein Tip- oder Full-Rocker. Bei ersterem ist die Vorderseite des Skis, bei letzterem der komplette Ski aufgebogen. Er sieht damit aus wie eine Banane. Dies verbessert den Auftrieb und das Handling im Tiefschnee.

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Foto by SAAC

Lawinencamps: Das lernen Sie im Lawinenkurs

Den Umgang mit der Notfallausrüstung und weitere Hintergrundinformationen über das Off-Piste-Fahren können in speziellen Workshops erlernt werden. Die SAACs in Österreich bieten zum Beispiel 2-tägige Lawinencamps an. Dabei informieren staatlich geprüfte Berg- und Skiführer über die alpinen Gefahren. Ein SAAC Basic Camp besteht aus einem dreistündigen Theorieteil und einem Praxistag im freien Gelände. Die Kurse werden die gesamte Skisaison über angeboten und sind kostenfrei. Rund 15 verschieden Skigebiete stehen zur Auswahl. Voraussetzung ist ein ausreichend fahrtechnisches Können im Tiefschnee. Auch nahe München kann man sich aufs Freeriden vorbereiten. Die Lawinencamps Bayern bieten kostenpflichtige Lawinenkurse im Skigebiet Spitzingsee an. Die Preise liegen zwischen 15 und 85 Euro pro Kurs.

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Lawinen-Workshop von Lawinencamps Bayern

Praktische Tipps und Grundregeln zusammengefasst

  • Immer Schneebedingungen und Lawinenberichte überprüfen
  • Nie bei schlechter Sicht und starkem Wind fahren
  • Die richtige Notfallausrüstung mitführen: Pieps, Schaufel, Sonde, ABS-Rucksack
  • Nie alleine im Gelände unterwegs sein, 20 m Abstand bis 35 Grad Neigung
  • Ausreichend Abstand zwischen den Gruppenmitgliedern halten
  • Die passenden Skier kaufen: Lang, breit und aufgebogen
  • Staatlich geprüfte und ortskundige Ski- und Bergführer buchen
  • Zur Vorbereitung an Freeride- oder Lawinencamps teilnehmen
  • Beim Skifahren den Auftrieb des Schnees nutzen
Lust auf Skifahren im Tiefschnee? Hier planen Sie Ihren Skiurlaub >>

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Ich arbeite als Skilehrer und Webredakteur für Snowplaza. Meine Begeisterung fürs Skifahren wurde bereits vor über 20 Jahren durch meine Eltern und Großeltern geweckt, die ein Ferienhaus in den Vogesen gebaut haben.

 
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