Der Schnee, der am Wochenende noch für Mittwoch und Donnerstag in Aussicht stand, ist fast aus den Modellen verschwunden. Wo der Sonntagslauf für das Kitzsteinhorn noch 35 Zentimeter berechnete, stehen heute 7. Einzig Chamonix hält seine gut 12 Zentimeter. Wärmer geworden ist es nicht – es fällt schlicht viel weniger Niederschlag.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schneeprognose für Mittwoch, 16., und Donnerstag, 17. September ist binnen zwei Tagen drastisch zurückgenommen worden.
- Das Kitzsteinhorn fiel von 35 auf 7 Zentimeter, der Hintertuxer Gletscher von gut 20 auf keine 2.
- Auch in den Tälern regnet es weniger als gedacht. Der Mittwoch bleibt trotzdem der nasseste Tag der Woche.
Aus der Front ist die Luft raus
Wer am Wochenende die Prognosen verfolgt hat, durfte sich etwas ausrechnen: Ein Niederschlagsgebiet sollte am Mittwoch und Donnerstag gegen den Alpennordrand laufen und in den Gipfellagen mehrere Dutzend Zentimeter abladen. Von dieser Front ist in den heutigen Läufen wenig übrig. Sie zieht durch – aber mit deutlich weniger Feuchtigkeit im Gepäck.
Von Lauf zu Lauf schrumpfen die Zahlen
So entwickelten sich die Neuschneemengen in Gipfellagen über drei aufeinanderfolgende Modellläufe:
- Kitzsteinhorn, Kaprun: von 35 über 15 auf 7 Zentimeter
- Hintertuxer Gletscher: von gut 20 über knapp 20 auf keine 2 Zentimeter
- Pitztaler Gletscher: von 10 über 15 auf knapp 4 Zentimeter
- Sölden: von 8 über 10 auf anderthalb Zentimeter
- Engelberg-Titlis: von 9 über 12 auf null
- Mayrhofen: von knapp 9 über gut 9 auf null
Verschoben hat sich auch der Zeitpunkt. Die 7 Zentimeter am Kitzsteinhorn fallen jetzt schwerpunktmäßig am Donnerstag statt am Mittwoch, und der Pitztaler Gletscher bekommt seine knapp 4 Zentimeter größtenteils erst am Freitag, 18. September – einem Tag, der vor zwei Läufen noch gar nicht im Bild war. Für Hintertux gilt dasselbe.
Chamonix tanzt aus der Reihe
Hoch im Mont-Blanc-Massiv bei Chamonix stehen für Mittwoch weiterhin rund 12 Zentimeter – ein Wert, der über alle drei Läufe nahezu unverändert blieb. Wenn diese Woche irgendwo eine Schicht Neuschnee liegen bleibt, die man auch sieht, dann dort. Und auch dort nur ganz oben.
Sonst bleibt wenig: Zermatt und Saas-Fee kommen am Mittwoch auf rund anderthalb Zentimeter, die Tiroler Zugspitz Arena auf gut einen. Verbier, Nendaz, Les Deux Alpes und Argentière bleiben darunter. In den Tallagen fällt nirgends Schnee.
An der Temperatur liegt es nicht
Wer nach der Ursache sucht: an der Wärme liegt es nicht. Die Nullgradgrenze liegt praktisch genauso hoch wie vor zwei Tagen. Geändert hat sich die Niederschlagsmenge. Die Front ist schwächer geworden, und das zeigt sich auch unterhalb der Schneefallgrenze – es wird schlicht weniger nass, oben wie unten.
Morgen wissen wir mehr
Drei Läufe, drei unterschiedliche Bilder: So ist das mit Prognosen, die fünf Tage in die Zukunft reichen. Morgen schauen wir wieder – vielleicht dreht der Trend dann genauso schnell wieder nach oben.