Während die Nordalpen vielerorts noch unter milder Luft und teils kräftigem Föhn leiden, bereitet sich der Südwesten der Alpen auf eine mögliche Wetterlage historischen Ausmaßes vor. In den italienischen Westalpen könnte in dieser Woche möglicherweise der stärkste Schneesturm seit 25 Jahren gemessen werden – lokal mit bis zu zwei Metern Neuschnee (je nach Höhenlage). Das bringt auch gute Nachrichten für Österreich und den Rest der Alpen: Rund um Weihnachten kehrt der Winter endlich überall zurück.
In Kürze
- Westalpen (Italien): Im Piemont & Aostatal sind extreme Neuschneemengen möglich – in den Hochlagen teils bis zu 2 m.
- Lawinenlage: Mit viel Neuschnee und Wind steigt das Lawinenrisiko deutlich – bitte Bulletins und Gebietssperren strikt beachten.
- Richtung Weihnachten: Für viele Regionen deutet sich ein winterlicherer Trend an – große Schneemengen betreffen nach aktuellem Stand aber eher nur die Südwestalpen.
Westalpen (Italien): Bis zu zwei Meter Schnee möglich
Die Wettermodelle tragen derzeit besonders über den italienischen Westalpen auf: Ein kräftiges Tief über dem Mittelmeer kann feuchte Luft wiederholt gegen die Alpen drücken – eine klassische Konstellation, bei der sich Niederschläge an den Südhängen stauen, das Tief fungiert so quasi als Schneekanone. Il Meteo spricht in diesem Zusammenhang von einer außergewöhnlichen Lage, laut Experten könnte das einer der heftigsten Schneestürme seit der Jahrtausendwende werden.
Oberhalb von 1.400 Metern fällt in dieser Woche mehr als ein Meter Schnee, auf den Gipfeln können das sogar bis zu zwei Meter werden. So fantastisch das für die Skibedingungen später in der Saison ist, so groß sind kurzfristig die Herausforderungen. Die Kombination aus extremen Niederschlagsmengen und starkem Wind treibt das Lawinenrisiko auf ein kritisches Niveau.
Auch Schnee in französischen Skigebieten
Französische Skigebiete nahe der italienischen Grenze können „mitnaschen“ (30–40 cm oberhalb von 2.500 Metern), aber der Effekt nimmt nach Westen hin meist rasch ab – typisch für diese Staulagen. Je weiter du also in den Westen Frankreichs fährst, desto weniger kommt von diesem Schneesturm an.
Nordalpen: Geduld wird belohnt
In Österreich, der Schweiz und den französischen Nordalpen ist die Lage derzeit noch komplett anders. Ein kräftiger Föhn hält die Temperaturen in den Tälern über 10 Grad und selbst auf 2.000 Metern friert es kaum. Die Skigebiete zehren dort aktuell von Kunstschnee und der guten Basis, die Ende November gelegt wurde.
Kälte im Anmarsch
Eine Änderung dieser milden Temperaturen ist jedoch in Sicht. Rund um Heiligabend dreht der Wind und endlich strömt kühlere Luft in den Alpenraum. Die Frostgrenze sinkt in Richtung 1.200 Meter (lokal auch tiefer).
Weihnachtsgeschenk: Erster Schnee auch für unsere beliebten Urlaubsziele
Ab Mittwoch tauchen die ersten Schneeflocken auf den Wetterkarten für die nördlichen und östlichen Alpen auf. Es sind zwar keine Meterangaben, aber die ersten 5 Zentimeter sorgen immerhin für das dringend benötigte winterliche Gefühl. Hier sind die Skigebiete, in denen am 24.12. eine erste dünne Neuschneeschicht erwartet wird:
- Österreich: Gerlos, Westendorf, Ski Juwel, Kitzsteinhorn, Obertauern, Saalbach Hinterglemm, Flachau, Sölden, Stubaier Gletscher, Bad Gastein und Nassfeld.
- Italien (Dolomiten): Val Gardena, Livigno und Alta Badia.
Ausblick: Winterliche Kälte kehrt zurück
Nach Weihnachten scheint die milde Luft endgültig verdrängt zu werden. Auch wenn der große Schneefall vorerst auf den Südwesten Italiens begrenzt bleibt, sinken die Temperaturen überall auf winterliche Werte. Die Nächte werden kalt genug, damit die Schneekanonen auf Hochtouren laufen können – dadurch verbessert sich die Pistenqualität in den gesamten Alpen deutlich.
Wer in den Weihnachtsferien wirklich „tiefen Powder“ sucht, hat in dieser Woche in Teilen der italienischen Westalpen die besten Chancen – muss dafür aber Sturm, sehr schwierige Bedingungen und eine heikle Lawinenlage in Kauf nehmen. Willst du wissen, wie viel Schnee genau in deinem Lieblingsort fällt? Dann schau auf unserer Wetter-Seite vorbei – dort findest du die aktuellsten Updates pro Skigebiet.