Über St. Johann in Tirol schwebte diese Woche ein Transporthubschrauber über der Baustelle der neuen Jodlalmbahn. Die ersten sechs Stützen wurden durch die Luft zu ihren Fundamenten geflogen und dort montiert. Damit wird die 10er-Gondelbahn, die im kommenden Winter den Doppelsessellift aus dem Jahr 1981 ersetzt, auch über dem Boden sichtbar.
Kurz und knapp
- Ein Transporthubschrauber setzte die ersten sechs von dreizehn Stützen.
- Die neue Jodlalmbahn wird eine 10er-Gondelbahn von Doppelmayr.
- Die Fahrt dauert künftig gut 7 statt 13 Minuten.
Stützen durch die Luft auf den Berg
Wer diese Woche in St. Johann in Tirol nach oben geschaut hat, bekam ein außergewöhnliches Bauschauspiel zu sehen. Mit einem Schwerlasthubschrauber von Heli Austria wurden die Einzelteile der ersten Stützen zu den vorbereiteten Fundamenten geflogen und dort Stück für Stück montiert.
Millimeterarbeit
Das Setzen der Stützen ist Millimeterarbeit. Während der Hubschrauber über der Baustelle steht, müssen die schweren Stahlteile exakt an ihren Platz gebracht werden. Die St. Johanner Bergbahnen sprechen von einem neuen Meilenstein im Bauprojekt.
Sechs von dreizehn Stützen stehen
Insgesamt bekommt die neue Gondelbahn dreizehn Stützen. Mit den ersten sechs an Ort und Stelle erinnert die Trasse schon deutlich an einen echten Skilift. Wann die übrigen sieben montiert werden, ist noch nicht bekannt.
Der Bau liegt im Zeitplan. Ende Juli waren sämtliche Fundamente fertig, auch die Seilarbeiten im mittleren und oberen Streckenabschnitt waren abgeschlossen. Anfang August konnte deshalb mit der Montage der eigentlichen Seilbahnanlage begonnen werden. Hersteller Doppelmayr baut die Gondelbahn, das Bauunternehmen BODNER Gruppe übernimmt den baulichen Teil.
Auch Tal- und Bergstation nehmen Form an
Nicht nur entlang der Trasse wird kräftig gearbeitet. An der Talstation beim Pointenhof waren die Arbeiten am Untergeschoss Ende Juli weitgehend abgeschlossen, die letzten Deckenelemente über dem Keller wurden gesetzt. An der neuen Bergstation auf dem Harschbichl war die oberste Betondecke inzwischen gegossen. Dort entsteht der Endpunkt der Gondelbahn.
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Zahlen und Fakten zur neuen Jodlalmbahn
Was erwartet dich bei der neuen Gondelbahn? Die wichtigsten Daten haben wir hier für dich zusammengestellt.
- Typ: 10er-Gondelbahn
- Hersteller: Doppelmayr
- Ersetzt: 2er-Sessellift Jodlalm aus dem Jahr 1981
- Talstation: Pointenhof, 990 Meter
- Bergstation: Harschbichl, 1.603 Meter
- Höhenunterschied: 613 Meter
- Länge: gut 2,2 Kilometer
- Geschwindigkeit: 6 Meter pro Sekunde
- Fahrzeit: rund 7,5 Minuten
- Förderleistung: 2.400 Personen pro Stunde
- Anzahl Stützen: 13
- Investition: rund 22 Millionen Euro
- Geplante Eröffnung: 6. Dezember 2026
Vom betagten Zweiersessel zur modernen Gondel
Die abgelöste Jodlalmbahn war ein fix geklemmter 2er-Sessellift aus dem Jahr 1981, gebaut von Girak. Wer den Lift kannte, weiß: eine schnelle Verbindung nach oben war das nicht. Die Fahrt dauerte rund dreizehn Minuten, befördert wurden etwa 1.240 Wintersportler pro Stunde.
Das ändert sich im kommenden Winter deutlich. Die neue Gondelbahn braucht gut sieben Minuten und verdoppelt die Förderleistung auf 2.400 Personen pro Stunde. Damit verschwindet eines der Nadelöhre im Skigebiet an starken Wintersporttagen.
Direkt auf den Harschbichl
Der größte Gewinn liegt in der verlängerten Trasse. Der alte Sessellift endete bei der Jodlalm auf 1.486 Metern. Die neue Gondelbahn führt durch bis auf den Harschbichl auf 1.603 Meter, den höchsten Punkt dieses Skigebietsteils. Umsteigen musst du also nicht mehr, um ganz nach oben zu kommen.
Für Familien, Kinder und Skischulen ist der Sprung vom offenen Zweiersessel in eine geschlossene 10er-Kabine außerdem ein spürbarer Komfortgewinn. Bei schlechtem Wetter sitzt du im Trockenen, und das Einsteigen mit Kindern wird deutlich einfacher.
Größtes Liftprojekt seit Jahren
Das Projekt kostet rund 22 Millionen Euro und gilt als eine der wichtigsten Liftinvestitionen von St. Johann in Tirol der vergangenen Jahre. Geschäftsführer Michael Gritsch von den Bergbahnen St. Johann sprach beim Spatenstich von einem echten Qualitätssprung für das Skigebiet: einer direkten, leistungsstarken Achse ohne Umwege und Engstellen.
Das Skigebiet am Harschbichl liegt keine zehn Kilometer von Kitzbühel entfernt und gilt als übersichtlich und familienfreundlich. Die neue Gondelbahn passt gut zu diesem Profil.
Bereit für den Winter 2026/2027
Wenn die Arbeiten auch in den kommenden Monaten nach Plan laufen, kannst du ab dem 6. Dezember 2026 zum ersten Mal mit der neuen Jodlalmbahn nach oben fahren. Nach über 45 Jahren im Dienst ist die Ära des alten Zweiersessels dann endgültig vorbei. Und mit sechs Stützen, die inzwischen fest am Berg stehen, wird sein Nachfolger nun auch von Weitem gut sichtbar.