Nach Wochen mit einer Nullgradgrenze über 4200 Metern fällt in den Alpen wieder Schnee – aber nur auf den höchsten Gletschern, und es geht um Zentimeter, nicht um Dezimeter. Eine Kaltfront hat die Nullgradgrenze auf 3500 Meter gedrückt. Sechzehn Skigebiete bekommen mindestens einen Zentimeter Neuschnee, angeführt von Chamonix Mont-Blanc mit achtzehn.
Was genau passiert
Gestern und heute zog eine Kaltfront über die westlichen Alpen. Die Nullgradgrenze, die Anfang des Monats noch über 4200 Metern lag, ist auf 3500 Meter gesunken; im Mont-Blanc-Massiv und im Wallis liegt sie bei rund 3550 Metern. Alles, was darüber aus den Wolken kam, fiel als Schnee.
In den Tälern blieb es bei Regen: im Median 18 Millimeter am ersten Tag, danach so gut wie nichts. Die Talwerte liegen im Median bei zwölf Grad, und Wind spielt keine Rolle – die höchste Bö erreicht 36 km/h. Frisch für Ende August, aber Winter ist es nicht.
Wo fällt der Schnee?
Die größten Mengen fallen im französischen und schweizerischen Hochgebirge, und der weitaus größte Teil davon innerhalb der ersten vierundzwanzig Stunden. Danach ist der Spuk vorbei.
Chamonix Mont-Blanc (FR, 3842 m)
18 cm
Zermatt (CH, 3899 m)
14 cm
Pitztaler Gletscher (AT, 3440 m)
7 cm
Les Deux Alpes (FR, 3600 m)
5 cm
Tignes (FR, 3456 m)
4 cm
La Grave La Meije (FR, 3550 m)
4 cm
Les Arcs (FR, 3226 m)
3 cm
Val d'Isère (FR, 3456 m)
3 cm
Argentière Grands Montets (FR, 3300 m)
3 cm
Sölden (AT, 3340 m)
3 cm
Engelberg Titlis (CH, 3020 m)
2 cm
Saas-Fee (CH, 3600 m)
2 cm
Verbier (CH, 3330 m)
2 cm
Nendaz (CH, 3330 m)
1 cm
La Plagne (FR, 3250 m)
1 cm
St. Moritz Corvatsch (CH, 3303 m)
1 cm
Insgesamt bekommen sechzehn Skigebiete mindestens einen Zentimeter Neuschnee, drei davon mehr als fünf Zentimeter: acht in Frankreich, sechs in der Schweiz und zwei in Österreich. Alle Werte gelten für den höchsten Punkt des Skigebiets – in den Tälern fällt kein einziger Zentimeter.
Schneekarten Schweiz und Österreich
Unten siehst du die Schneekarten für die Schweiz und Österreich. Viel kommt also nicht zusammen – aber schön, um wieder in Stimmung zu kommen.
Sollte man davon etwas erwarten?
Ehrlich: für deinen Skiurlaub nicht. Achtzehn Zentimeter auf 3842 Metern im August schmelzen oder verwehen größtenteils wieder, und über den kommenden Winter sagt das gar nichts aus – Augustschnee in dieser Höhe ist Wetter, keine Prognose. Wer im September auf dem Gletscher steht, merkt davon höchstens einen frischeren Untergrund.
Was es aber sehr wohl ist: der erste Moment seit Wochen, in dem die Karten wieder Farbe bekommen. Und für alle, die den Sommer in Wochen bis zur ersten Liftfahrt zählen, ist das eine erfreulichere Nachricht als die Nullgradgrenze von über 4200 Metern Anfang des Monats.