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Aus Test wird Großprojekt: Sölden erweitert Solaranlage am Gletscher

Vertikale Sonnenpanele Sölden

Was schon als bemerkenswerter Test mit vertikalen Solarpaneelen auf dem Gletscher in Sölden begann, entwickelt sich nun zu einem der ambitioniertesten Energieprojekte in den Alpen. Auf dem Tiefenbachgletscher arbeiten die Bergbahnen Sölden an einer Solaranlage, die künftig einen großen Teil des Skigebiets mit Strom versorgen soll.

In Kürze: 

  • Der Ausbau des Solarparks auf dem Tiefenbachgletscher läuft auf Hochtouren
  • Die Gesamtleistung soll auf 6,3 MWp steigen
  • Im Sommer könnte Sölden seinen Strombedarf sogar vollständig selbst decken
  • Installiert werden rund 800 spezielle Helioplant-Einheiten

Vom Testprojekt zur großen Energiequelle

Im Jahr 2023 startete Sölden mit einem Pilotprojekt auf dem Gletscher. Dabei wurde ein neuer Typ Solarpaneel getestet: das sogenannte Helioplant®-System. Diese Technologie wurde speziell für den Einsatz im Hochgebirge entwickelt und kam damals erstmals in Österreich zum Einsatz. Die Testphase im Jahr 2024 verlief erfolgreich, woraufhin 2025 mit dem Ausbau begonnen wurde. Inzwischen stehen bereits Hunderte Konstruktionen auf dem Gletscher, und die ersten Anlagen liefern aktiv Strom.

Warum Solarpaneele auf einem Gletscher sinnvoll sind

Solaranlagen in großer Höhe erzeugen überraschend viel Energie. Durch die dünnere Luft und die intensive Sonneneinstrahlung im Hochgebirge liegt der Ertrag deutlich höher als im Tal. Laut den Initiatoren kann das sogar bis zu 40 Prozent mehr Energie bringen. Hinzu kommt, dass die Anlagen so konstruiert sind, dass sie extremen Bedingungen wie starkem Wind, hoher Schneelast und großen Temperaturschwankungen standhalten.

2026 wird das Schlüsseljahr

In diesem Jahr erreicht das Projekt seine wichtigste Phase. Zwischen Mai und Oktober sollen insgesamt rund 800 Helioplant-Einheiten installiert werden. Damit steigt die Gesamtleistung auf etwa 6,3 Megawatt-Peak. Gleichzeitig wird auch die Infrastruktur ausgebaut, unter anderem mit zwei neuen Energiezentralen und dem Anschluss an das interne Stromnetz des Skigebiets. Ab Oktober 2026 soll das System vollständig in Betrieb sein.

Weniger abhängig von externer Energie

Mit dieser Investition will Sölden unabhängiger von externen Energiequellen werden. Im Sommer könnte das Skigebiet seinen Strombedarf sogar komplett selbst decken. Das passt zu einem breiteren Trend in den Alpen, wo immer mehr Skigebiete in nachhaltige Energie und einen effizienteren Ressourceneinsatz investieren.

3235 - Winter - Bettina

Über Bettina

Bettina ist seit 2021 Webredakteurin und fährt gerne die redaktionellen Hänge des Spalder Skiuniversums ab. Sie liebt das Freeriden und hat daher immer ein Auge auf die aktuelle Schneesituation und versorgt euch mit aktuellen (Neu-)schneeberichten. Neugierig macht sie das Verhalten von Touristen in Skigebieten und generell alle Skinews auf der ganzen Welt, die sie euch gerne frisch serviert.