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Pretzels
© Spalder Media Group

Brezeln, auch Laugenbrezeln genannt, hängen beim Skiurlaub oft recht präsent an einem Holzgestell an der Kasse einer Skihütte. Es ist schwer, der Versuchung zu widerstehen. Doch nicht nur die taktisch kluge Positionierung macht sie so reizvoll, das herzhafte Backwerk ist einfach lecker und passt zu fast allem. Auch zu Bier. Du kannst es nicht mehr erwarten und liebst diesen perfekten Snack? Dann lege mit diesem Rezept los und mache deine eigenen Brezeln.

Kurz zusammengefasst

  • Brezeln gehören für viele SkifahrerInnen genauso zum Hüttenbesuch wie Schnee und Après-Ski. Der herzhafte Klassiker ist besonders in Skigebieten in Deutschland und Österreich beliebt.
  • Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man klassische Laugenbrezeln ganz einfach selbst backen kann, inklusive Zutatenliste, Tipps zur Teigzubereitung und Anleitung für die typische Brezelform.
  • Die spannende Geschichte der Brezel: Vom möglichen Ursprung im Kloster bis zur Bedeutung als traditionelles „heiliges Gebäck“ mit typisch deutscher und alpiner Tradition.

Rezept Brezeln: Zutaten, die du brauchst

Natürlich schmecken Brezeln am besten im Skiurlaub, aber auch zu Hause sind sie ein leckerer Snack. Brezeln selber machen macht Spaß und ist gar nicht so schwer! Du brauchst zwar etwas Geduld, aber das Ergebnis ist es allemal wert. Für die typischen Brezeln, die man aus den Skigebieten kennt, benötigt man folgende Zutaten:

  • 500 g Mehl, Typ 405 oder 550 (Auszugs- oder Weizenmehl) plus ein wenig extra zum Bestäuben
  • 250 ml Milch
  • 40 g Backpulver
  • 40 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 20 g frische Hefe
  • 15 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 1 Liter warmes Wasser
  • Grobes Meersalz oder spezielles Brezelsalz

Zubereitung: Eigene Brezeln backen

Schritt 1: In einem Messbecher oder einer Schüssel die Milch mit der Hefe verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. In eine große Schüssel das Mehl, den Zucker und 10 g Kochsalz geben. Kurz umrühren und die Butter und das Milch-Hefe-Gemisch hinzufügen.

Schritt 2: Mit einem Holzlöffel oder einem Spatel rühren, bis ein gebundener Teig entsteht. Den Teig aus der Schüssel nehmen und mit zwei Händen auf der Arbeitsfläche gut durchkneten. Mindestens 10 Minuten lang (ggf. Timer stellen).

Schritt 3: Den Teig zu einer Kugel formen und zurück in die Schüssel geben. Decke ihn mit Frischhaltefolie ab und lass ihn mindestens 15 bis 20 Minuten ruhen.

Schritt 4: Nimm den Teig aus der Schüssel und teile ihn in 10 gleiche Teile. Es empfiehlt sich, den Teig in Portionen von etwa 80 Gramm abzuwiegen. Forme aus jeder Portion zuerst eine Kugel und rolle diese dann in eine dicke Rolle aus. Lege alle Teile auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und lass sie weitere 10 Minuten ruhen.

Brezeln auf Backblech bevor sie in den Ofen kommen

Schritt 5: Jetzt ist es an der Zeit, die Brezeln richtig zu formen. Im Video oben kannst du dir ansehen, wie ein Profi-Bäcker das macht (ab Minute 4:45). Nimm dir einen Teil des Teigs, drücke ihn mit der Hand flach und rolle ihn zu einem Strang von etwa 40 Zentimetern aus. Der mittlere Teil sollte etwas dicker bleiben. Dies erreichst du, indem du den Teig an beiden Enden mit den Händen hin und her rollst. Nimm nun die beiden Enden, halte sie hoch und schwinge sie zweimal umeinander. Falte sie zurück zur konvexen Seite, um die traditionelle Form zu erhalten, und drücke sie leicht an. Wiederhole den Vorgang mit dem Rest des Teigs und lasse ihn dann 10 Minuten lang unbedeckt ruhen.

Schritt 6: Heize den Backofen auf 220 Grad vor. Für die traditionelle, tiefbraune Farbe in einer Schüssel das warme Wasser mit dem Backpulver vermischen. Rühren, bis sich alles aufgelöst hat, und tauche die Brezeln einzeln 20 Sekunden lang darin ein. Anschließend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die runde Seite mit einem scharfen Messer einschneiden, so entsteht die Vertiefung beim Backen. Mit grobem Meersalz oder speziellem Brezelsalz bestreuen und 15 bis 20 Minuten backen, bis sie goldbraun und gar sind.

Guten Appetit!

Woher kommen Brezeln eigentlich?

Es gibt verschiedene Geschichten über den Ursprung der Brezel. Eine besagt, dass der Snack aus Bad Urach, am Rande der Schwäbischen Alb, stammt. Vor über 500 Jahren lebte hier ein Herzog, der mit seinem Bäcker nicht zufrieden war. Er beschloss, ihm eine letzte Chance zu geben. Um sich zu beweisen, musste der Bäcker ein Brot erfinden, durch das die Sonne dreimal scheinen konnte. Andere Geschichten besagen, dass das Rezept von Mönchen erfunden wurde. Es gibt auch Theorien, die behaupten, das Brot habe eine wichtige Bedeutung für die katholische Kirche. 

Frische selbstgemachte Brezeln
© Spalder Media Group

Heiliges Brot oder einfach "typisch deutsch"?

Der Name „Brezel“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ärmchen“. So soll die Form der Brezel zum Beten verschränkte Arme symbolisieren. Dies machte die Brezel zu einem „heiligen Gebäck“, dem lange Zeit Heilkraft zugeschrieben wurde. Inzwischen ist sie einer der beliebtesten Snacks Deutschlands und Österreichs, vor allem in Skihütten. Auch in Südtirol, den Niederlanden und selbst außerhalb Europas erfreut sie sich großer Beliebtheit. Das Ausland nimmt die Brezel oft als „typisch deutsch“ wahr. Kein Wunder, in Deutschland gibt es ja auch Brezelkönige und Brezelköniginnen sowie Brezelbackwettbewerbe. Selbst in der Alltagssprache ist das heilige Brot angekommen, wer brezelt sich nicht gern mal auf?!

Kurzum, kein klarer Ursprung, aber Hauptsache, der Geschmack ist gut. Daher ein Tipp zum Schluss: Frisch aus dem Ofen, leicht abgekühlt, sind sie besonders lecker!

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Brezeln

Sind Brezeln gesund oder ungesund?

Eine Brezel ist in Maßen weder besonders gesund noch ungesund. Sie liefert schnell Energie und enthält wenig Zucker und Fett, besteht aber meist aus Weißmehl und enthält relativ viel Salz. Als Snack beim Wandern oder Skifahren passt sie gut, besonders in Kombination mit gesünderen Beilagen wie Käse oder Gemüse.

Sind Brezeln bayrisch oder schwäbisch?

Die Brezel ist sowohl in Bayern als auch in Schwaben tief verwurzelt. Ihre Ursprünge werden aber häufiger dem schwäbisch-alemannischen Raum zugeschrieben. Besonders die schwäbische Brezel unterscheidet sich von der bayerischen Variante:

  • Schwäbische Brezeln haben meist dickere „Ärmchen“ und einen knusprigeren Bauch.
  • Bayerische Brezen sind oft gleichmäßiger geformt und etwas weicher.

Heute gehört die Brezel zur traditionellen Küche in vielen Regionen Süddeutschlands und Österreichs.

Ist Laugengebäck eine deutsche Erfindung?

Ja, Laugengebäck gilt allgemein als deutsche beziehungsweise süddeutsche Erfindung. Besonders der Raum Schwaben, Bayern und das Elsass spielen in der Geschichte des Laugengebäcks eine wichtige Rolle. Der typische Geschmack entsteht durch das Eintauchen des Teigs in Lauge vor dem Backen. Dadurch bekommt das Gebäck seine braune Kruste und das besondere Aroma. Die bekannteste Form ist die Brezel, deren Ursprung mehrere Jahrhunderte zurückreichen soll, genaue Belege gibt es allerdings nicht.

Ist es gesund, jeden Tag Brezeln zu essen?

Jeden Tag eine Brezel zu essen ist für die meisten Menschen nicht ideal, aber in kleinen Mengen meist auch kein großes Problem. Klassische Brezeln bestehen überwiegend aus Weißmehl und enthalten relativ viel Salz, aber nur wenige Ballaststoffe, Vitamine und Eiweiß. Dadurch sättigen sie oft nicht lange. Ab und zu oder als Snack beim Sport, Wandern oder Skifahren sind Brezeln völlig okay. Für den täglichen Verzehr wären Vollkornprodukte und abwechslungsreichere Snacks jedoch die bessere Wahl.

Warum ist es nicht gefährlich, Laugengebäck zu essen?

Laugengebäck ist nicht gefährlich, weil die verwendete Lauge beim Backen chemisch verändert wird. Die Natronlauge reagiert durch Hitze mit dem Teig und verliert dabei ihre ätzende Wirkung.

Übrig bleiben vor allem:

  • die typische braune Kruste,
  • der besondere Geschmack,
  • und die glänzende Oberfläche.

Deshalb kann Laugengebäck bedenkenlos gegessen werden, wenn es fachgerecht hergestellt wurde.

1219 - Winter - Maria

Über Maria

Hi, ich heiße Maria und bin das ganze Jahr über in den Bergen unterwegs. Im Winter berichte ich für Snowplaza über alle Neuigkeiten zum Thema Skifahren, reise viel und erzähle von meinen Erfahrungen auf meinem Lieblingsbrett.