12. Januar 2017 Von: Christian in 'Reiseberichte''

Seit Wochen ist die Vorfreude riesig, wie jedes Jahr verbringt Snowplaza Reporter Christian ein paar Tage auf der Freilassinger Hütte vom Deutschen Alpenverein. Die Selbstversorgerhütte liegt mitten im Skigebiet von Werfenweng und ist perfekt für einen kostengünstigen Skiurlaub geeignet. Für etwa 30 Gäste bietet die Hütte Schlafgelegenheiten in Matratzenlagern. Verpflegung und Hüttenschlafsack muss jeder selbst mitbringen. Christian zeigt in seinem Reisebericht, wie schön ein Skiurlaub auf der Hütte sein kann und gibt praktische Tipps für alle Skifahrer, die ebenfalls in einer Hütte mitten im Skigebiet übernachten möchte.

Tag 1: Die Ankunft auf der Hütte

Als um 6:30 Uhr der Wecker klingelt, liege ich längst wach im Bett, die Aufregung war zu groß um zu schlafen. Die Koffer für den Skiurlaub und das Auto habe ich bereits am Vorabend gepackt. In der Früh kommen noch die Lebensmittel aus dem Kühlschrank dazu, dann geht es los zu meinem Cousin, der mich die ersten beiden Nächte begleitet. Als wir an der Talstation im Skigebiet Werfenweng ankommen, hat bereits der Schneefall eingesetzt, der den ganzen Tag über anhalten sollte. Am Nachmittag wird der Schneefall immer stärker. Wir beziehen unser Schlafquartier und kochen unser Abendessen am urigen Holzofen. Ein paar Kartenspiele später ist dann der erste Tag auch schon vorbei.

Tag 2: Schneesturm und Neuschnee satt

Die Nacht ist kurz. Um 5:00 Uhr zieht ein heftiger Schneesturm über die Hütte und weckt uns auf. Ich stehe auf und sehe mich um, ob alles in Ordnung ist. Der Blick aus dem Fenster ist beeindruckend. Der Sturm hat den Schnee komplett verfrachtet. Wo am Abend noch 40 cm Schnee lagen ist jetzt nichts mehr, auf der anderen Seite der Hütte türmt sich der Schnee fast einen Meter hoch. Um 7:30 Uhr befreien wir die Hütte eine Stunde lang vom Schnee. Dann lässt der Sturm endlich nach und ab 9:30 Uhr fahren die ersten Lifte. Erst jetzt wird deutlich, dass seit gestern früh zwischen 50 cm und 90 cm Neuschnee gefallen sind. Was für ein genialer Anblick! Wegen der niedrigen Temperaturen (-13 Grad) beenden wir den Skitag dann trotzdem etwas früher. Wir genießen einen ruhigen Abend, bevor am nächsten Tag unsere Freunde eintreffen.

Tag 3: Fast allein unterwegs im Skigebiet

Auch der dritte Tag beginnt wie immer früh auf der Hütte. Um 6:00 Uhr mache ich bereits Feuer im Ofen, dass die Stube zum Frühstück schön warm ist. Nach dem leckeren Rührei heißt es erneut Schneeschaufeln, denn es sind wieder sind ca. 30 cm Neuschnee gefallen. Direkt im Anschluss fahren wir auf Skiern ins Tal und bringen unseren Freunden die bereits vorab gekauften Skikarten. Insgesamt sind wir eine Gruppe von 20 Personen, zudem kommt noch eine weitere Gruppe mit 10 Personen auf die Hütte. Das Wetter wird immer besser, schon in der Früh blitzt mehrmals der blaue Himmel durch die Wolken. Die Pisten sind relativ leer, da es den meisten Leuten bei -18°C einfach zu kalt war, um Ski zufahren.

Tag 4: Après-Ski auf der eigenen Hütte

Trotz nicht allzu langer Nacht fühlen wir uns fit. Am Berg braucht man wohl weniger Schlaf als im Tal. Die eisige Kälte von -22°C am Gipfel fühlt sich gar nicht so kalt an, zumindest nicht in der Sonne. Den meisten Skifahrern ist es trotzdem zu kalt, anders sind die leeren perfekten Pisten nicht zu erklären. Wir nutzen den Tag auf Skiern bis zur letzten Gondel aus. Da die Schirmbar am Gipfel wegen defekter Heizung nicht geöffnet ist, verlegen wir die Après-Ski-Party kurzerhand in die eigene Hütte. Nach einer kurzen Pause zum Abendessen feiern wir mit eigenem DJ weiter in der Strussing Bar. Als wir zur Hütte zurückgehen setzt erneut starker Schneefall sein.

Tag 5: Packen, Putzen und Heimreise

Heute dauert es ein bisschen länger bis die Leute nach und nach aus den Schlaflagern klettern. Der letzte Abend hat wohl bei ein paar meiner Freunde Spuren hinterlassen. Deshalb lassen wir den letzten Tag etwas gemütlicher angehen. Mit ein paar Helfern ist erneut Schneeräumen angesagt. Schon wieder sind 40 cm Schnee gefallen über Nacht. Bis 10:30 Uhr haben dann alle gefrühstückt und gepackt und machen sich auf den Weg ins Tal. Für meine Freundin und mich heißt es dann noch Hütte putzen und winterfest machen, da wir Hüttendienst haben. Nach ca. zwei Stunden ist alles erledigt und ich verlasse die Hütte mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Praktische Tipps zum Skiurlaub auf der Hütte

Fünf anstrengende Tage ohne Dusche liegen hinter mir, deshalb freue ich mich vor allem auf ein heißes Bad. Eigentlich würde ich aber gerne noch ein paar Tage im Skiurlaub bleiben, die Freiheit, die tief verschneite Winterlandschaft und das Gefühl die Skier direkt vor der „Haustüre“ anzuschnallen werde ich vermissen. Wer noch die richtige Hütte für seinen Skiurlaub sucht, sollte sich beim jeweiligen Tourismusverband oder beim Deutschen Alpenverein informieren. Auf den Webseiten sind verschiedene Hütten notiert, in den Übernachtungen möglich sind. Wichtig ist eine frühzeitige Reservierung, vor allem wenn eine größere Gruppe fährt. Denn bereits Ende Oktober sind viele Hütten ausgebucht.

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Servus, ich bin Christian. Ich bin an der bayerisch-österreichischen Grenze direkt am Alpenrand aufgewachsen und mit meiner Heimat eng verbunden. Die Lust auf Berge - Sommer wie Winter - wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt.

 
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