28. Dezember 2016 Von: Sarah in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Skifahrerflucht nach einem Zusammenstoß: Viel zu oft hören Skifahrer und Snowboarder mittlerweile davon, dass jemand auf der Skipiste einen Zusammenstoß verursacht und jemanden verletzt hat, danach aber, anstatt zu helfen, einfach weiterfährt. Die Fälle haben sich in jüngster Zeit gehäuft, die Medien berichteten. Snowplaza erklärt, wie die rechtlichen Konsequenzen für einen flüchtigen Unfallfahrer auf Skiern aussehen, wann auch unbeteiligte Skifahrer mit einer Strafe rechnen müssen und wie man sich bei einem Skiunfall richtig verhält. Erfahren Sie alles, was es zum Thema Skifahrerflucht zu wissen gibt.

Was ist Skifahrerflucht nach einem Unfall auf der Piste?

Ein Skifahrer oder ein Snowboarder verursacht auf der Skipiste einen Zusammenstoß mit einer oder mehreren anderen Personen, der zu Verletzungen der Beteiligten führt. Anstatt zu helfen oder sich zumindest nach dem Befinden der Personen zu erkundigen, fährt der Verursacher einfach weiter. Dieses Szenario beschreibt den Fall von Skifahrerflucht. Die Flucht des Verursachers kann verschiedene Ursachen haben. Trotzdem raten Rechtsexperten unbedingt dazu, stehen zu bleiben, zu helfen und Kontaktdaten auszutauschen. Anderenfalls drohen erhebliche rechtliche Konsequenzen. Hier geht's zum Rechtsratgeber für Skifahrer >

Eine verursachte Verletzung mit Fahrerflucht hat rechtliche Konsequenzen.

Welche Strafen drohen bei Skifahrerflucht?

Verletzt ein Skifahrer jemand anderen oder macht sich dem Verursachen eines Zusammenstoßes der unterlassenen Hilfeleistung schuldig, droht eine Freiheitsstrafe von einem Jahr. Geht das Gericht von schwerer Körperverletzung aus, sind bis zu zwei Jahre Haft möglich. Stirbt das Opfer werden es drei Jahre. Kommt noch ein Alkoholpegel im Blut dazu, wird dies so gewertet, dass der Verursacher die Gefährdung anderer billigend in Kauf genommen hat, und die Haft bis zu zehn Jahren ausfallen. Unbeteiligte, die zur Unfallstelle kommen, sind ebenfalls zur Hilfe verpflichtet. Kommt man dieser nicht nach, droht ebenfalls eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten.

Wie hoch ist das Risiko eines Zusammenstoßes?

In diesem Monat veröffentlichte die Stiftung für Sicherheit im Skisport die ASU-Unfallanalyse mit Zahlen und Trends der letzten Saison. Daraus geht hervor, dass die Zahl der verletzten Skifahrer in der Skisaison 2015/16 leicht anstieg. Außerdem wurde festgestellt, dass über 15% aller Verletzungen durch Kollisionen verursacht werden. Das Risiko liegt laut Studie bei 1,13 je 1.000 Skifahrer/innen. Flüchtige Skifahrer wiederzufinden ist übrigens sehr schwierig. Deswegen setzt die Polizei bei solchen Vorfällen stark auf die Mitarbeit der Bevölkerung, die zum Zeitpunkt im Skigebiet anwesend war und mit sachdienlichen Hinweisen helfen.

Ist das Skigebiet voll, steigt die Gefahr für Zusammenstöße

Das richtige Verhalten nach einem Zusammenstoß

Wer einen Zusammenstoß verursacht hat, bei dem der oder die Beteiligten Verletzungen davongetragen haben, sollte es keinesfalls noch schlimmer machen, indem er flüchtet. Stattdessen gilt es vier wichtige Punkte zu beobachten, ähnlich dem Verhalten bei einem Unfall im Straßenverkehr: Anhalten, Absichern, Hilfe leisten und zuletzt sich ausweisen bzw. die Sachlage klären. Sollte der Gestürzte nicht auf den ersten Blick erkennbar verletzt sein, ist es trotzdem die Pflicht des Verursachers, sich nach dem Zustand zu erkundigen.

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Vorsicht bei der Nutzung von Kameras als Beweis

Helmkameras sind ein legitimes Mittel, um jemanden zu überführen, wenn er Skifahrerflucht begeht. So könnten Skifahrer und Snowboarder denken. Stimmt aber nicht ganz. Wer systematisch und fortlaufend auf der Skipiste filmt, um im Fall einer Skifahrerflucht, Beweismaterial aufgezeichnet zu haben, verletzt das Datenschutzrecht. Dies kann mit einem Bußgeld von 25.000 Euro geahndet werden. Filmt der Skifahrer jedoch nur um seinen Fahrstil zu analysieren oder zu Erinnerungszwecken, liegt kein Tatbestand vor.

Meist übernimmt die Versicherung den Schadensersatz

Verhält sich der Skifahrer gemäß den genannten Punkten, entfällt die gerichtliche Strafbarkeit. Trotzdem besteht immer noch die Möglichkeit eines zivilrechtlichen Schadensersatzes. Diesen übernimmt aber in den meisten Fällen die gesetzliche Haftpflichtversicherung. Es sei denn, die Richter stellen fest, dass der Unfallverursacher vorsätzlich gehandelt hat. Dies kann etwa vorkommen, wenn der Verursacher Alkohol getrunken hat und anschließend Ski gefahren ist. In dem Fall kommt es auf die Höhe des Alkoholpegels an.

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Hallo, ich bin Sarah. Meine Skikarriere begann mit Benjamin Blümchen-Skiern, mit denen ich wohl mehr angegeben habe, weil sie so schön rosa waren, anstatt dass ich wirklich damit gefahren bin. Heute bin ich für Snowplaza auf den Pisten unterwegs und berichte von meinen Erlebnissen im Snowplaza Blog.

 
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