3. April 2020 Von: Maria in Abenteuer

Im Skigebiet wohnen und arbeiten ist für viele Skifahrer ein Traum. Zum Beispiel als Skilehrer, als Hotelbetreiber oder im Service auf der Skihütte. Das Problem ist nur, dass dann die Arbeitszeiten mit den Öffnungszeiten des Skigebiets kollidieren. Das bedeutet, dass für das Skifahren kaum mehr Zeit bleibt, als an den Wochenenden. Anders sieht das im Beruf des Pistenraupenfahrers aus. Der arbeitet nachts mit schwerem Gerät und hat tagsüber öfter mal frei. Doch wie wird man eigentlich Pistenraupenfahrer und wie sieht der Alltag tatsächlich aus? Snowplaza verrät Ihnen alles, was Sie über den Beruf wissen möchten.

Pistenraupenfahrer leben mit ihrem Beruf einen Traum

Pistenraupenfahrer steuern schwere Gerätschaften. Die großen Pistenbullys haben über 450 PS. Um damit die perfekten Pisten präparieren zu können, gehört einiges an Erfahrung und ein Gespür für die verschiedenen Schneebedingungen dazu. Die meisten Pistenraupenfahrer leben mit ihrem Beruf einen Traum. Oft kamen sie schon als Kinder mit den Präparierungsmaschinen in Berührung. Zum Beispiel, weil ein Verwandter oder Nachbar den Nachwuchs immer mal wieder mit auf Tour genommen hat. Das vorherige Erlernen eines technischen oder handwerklichen Berufs ist aber sicher kein Nachteil.

Pistenraupenfahrer in Serfaus-Fiss-Ladis in Formationsfahrt (Foto: © Bergbahnen Serfaus-Fiss-Ladis)

Wie wird man Pistenraupenfahrer?

In den meisten Skigebieten braucht es keine speziellen Voraussetzungen, um eine Pistenraupe zu fahren. Es gibt auch keinen Ausbildungsberuf in diesem Bereich. Einzig der Besitz eines gültigen Führerscheins ist notwendig und technische Kenntnisse sind genauso wie handwerkliches Geschick von Vorteil. In der Schweiz wird die Fahrlizenz eines LKWs benötigt. Um jedoch alleine eine Pistenraupe bewegen zu dürfen, folgt zuerst eine Einleitung durch einen erfahrenen Fahrer. Der nimmt einen mit auf Tour, erklärt, worauf es ankommt, wie die verschiedenen Gelände zu befahren sind und auf welche Sicherheitsaspekte es zu achten gilt. Zum Beispiel seilen sich Pistenraupen ab einer gewissen Steigung an.

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Arbeitszeiten von 16.30 bis 1 Uhr nachts

Gegen 16:30 Uhr schließen die Liftanlagen in den meisten Skigebieten. Die letzten Wintersportler fahren zurück ins Tal und es folgt eine Kontrollfahrt durch das Pistenpersonal. Anschließend beginnt der Arbeitsalltag des Pistenpräparierungs-Teams. Mit schwerem Gerät rücken sie aus und kümmern sich darum, dass die zerfahrenen Abfahrten wieder glatt und gleichmäßig werden. Meistens erledigen die Pistenraupenfahrer ihren Dienst in Ruhe. Sie sitzen allein in der Raupe, hören Radio oder unterhalten sich über Funk mit den Kollegen. Dabei erschweren vor allem Neuschnee und Tourengeher die Arbeit auf der Piste.

Im Hochzeiger Skigebiet im Pitztal können Skiurlauber im Pistenbully mitfahren (Foto: © Hochzeiger Bergbahnen)

Schneefall und Tourengeher erschweren die Arbeit

Für die glatten und harten Pisten am nächsten Morgen sind nicht nur die Pistenraupen verantwortlich. Das Gefährt entfernt zwar Hügel und macht die Abfahrten gleichmäßig. Den Rest übernimmt aber der Frost. Wenn es stark schneit, können auch die Pistenraupen die Abfahrten oft nicht mehr fest bekommen. Genauso ärgern sich die Fahrer über die Erfahrung mit Tourengehern. Die steigen über die noch weichen Pisten auf und hinterlassen Spuren, die in der Nacht ebenfalls frieren und für harte Rillen in der Piste sorgen. Außerdem sind das Aufsteigen und Abfahren während der Pistenpräparierungsarbeiten für die Sportler lebensgefährlich.

Einmal in der Pistenraupe mitfahren

Wer nicht sicher ist, ob Pistrenraupenfahrer der Traumberuf werden könnte, kann in den Alltag eines Pistenpräpariers hineinschnuppern. Das ist zum Beispiel auf dem Hintertuxer Gletscher, an der Zugspitze, in Serfaus-Fiss-Ladis oder im Hochzeiger Skigebiet im Pitztal möglich. Über dieses besondere Erlebnis haben wir einen weiteren Blogartikel verfasst, den Sie hier lesen können.



Hi, ich heiße Maria und bin das ganze Jahr über in den Bergen unterwegs. Im Winter berichte ich für Snowplaza über alle Neuigkeiten zum Thema Skifahren, reise viel und erzähle von meinen Erfahrungen auf meinem Lieblingsbrett.