15. November 2018 Von: Sarah in 'Skifahren'' | 0 Kommentare

Skipionier Hannes Schneider (Foto @ Ski-Club Arlberg)

Zwei Stöcke, Bindungen, die sich beim Sturz öffnen und sportlich-praktische Anzüge, so sieht Skifahren heute aus. Aber das war logischerweise nicht immer so, denn es brauchte erst eine Reihe von Vorausdenkern und Pionieren, die sich im Laufe der Geschichte der hiesigen Technik annahmen, sie abwandelten und verbesserten. Und dabei begannen sie wirklich von Null – zum Glück, denn sonst würden wir heute wohl mit fast 3 Meter langen Skiern fahren. Diese Skipioniere haben die Welt des Skisports maßgeblich mitgestaltet und haben sich so für immer verewigt. Snowplaza stellt die bekanntesten Ski-Pioniere vor.

1. Matthias Zdarsky: leichter, schneller, besser

Im Jahr 1890 waren der Norweger Fridtjof Nansen und seine Pläne einer Nordpol-Expedition ein beliebtes Gesprächsthema und dies inspirierte den in Mähren geborenen Ski-Pionier Mathias Zdarsky, sich ebenfalls Skier aus Norwegen liefern zu lassen. Diese hatten allerdings das äußerst handliche Format von 2,94 Metern Länge, 8 Zentimeter Breite und 4,75 Kilogramm Gewicht. Da diese Ausmaße für das alpine Gelände kaum geeignet waren, kürzte Zdarsky die Skier auf 1,80 Meter und erfand gleichzeitig auch noch die Lilienfelder-Bindung. Im Jahr 1896 erschien sein erstes Lehrbuch Alpine-Lilienfelder-Skilauftechnik und er gilt auch als Erfinder der Skiakrobatik. Ja, der Mann war auf jeden Fall fleißig.

2. Georg Bilgeri: von einem Stock zu zwei Stöcken

Skifahrer kennen es heute gar nicht anders: Links und rechts einen Stock in die Hand fürs Gleichgewicht und zum Abstützen, wenn es am Skilift mal wieder länger dauert. Dass wir dies heute aber als selbstverständlich ansehen können, ist dem Ski-Pionier Georg Bilgeri zu verdanken. Zunächst verwendete er einen auseinandernehmbaren Stock, sodass er für den Aufstieg zwei Stöcke und für die Abfahrt einen Stock zur Verfügung hatte. Am Ende setzte sich jedoch die Doppelstocktechnik durch. Bereits im Jahr 1892 gab Bilgeri übrigens Skikurse in Vorarlberg.

3. Hannes Schneider: Die erste Skischule Österreichs

Wer Skifahren lernen möchte, überlegt nicht lange, sondern meldet sich im Skiort in der nächsten Skischule an. Dort gibt es ja reichlich Auswahl. Unvorstellbar, dass das einmal nicht so war. Besonders St. Anton am Arlberg entwickelte sich zu einem Hotspot für Skifahrer, was Hannes Schneider geschuldet ist, der dort die erste Skischule Österreichs gründete. In Zusammenarbeit mit Dr. Arnold Fanck entstand der Film Der weiße Rausch, der noch mehr Menschen für den Skisport begeisterte. Hannes Schneider veranstaltete auch gemeinsam mit dem Engländer Sir Arnold Lunn das erste Arlberger Kandahar-Rennen als alpine Kombination und hob damit den Rennsport aus der Taufe.

© Ski-Club Arlberg

4. Ernst Janner: Tief in die Hocke

Bei einem Blick auf sehr alte Fotos, die Menschen zeigen, die Ski fahren, bekommt der erfahrene Skifahrer irgendwie den Eindruck, dass etwas nicht stimmt. Oft kann man aber nicht genau sagen, was es ist. Nun, es ist die Haltung, denn es mussten erst Ernst Janner und die 1920er Jahre kommen, um die Skihaltung zu entwickeln, die wir heute kennen. 1923 wird er vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht als Leiter der Skikurse für Lehrer und Hochschüler eingesetzt und veröffentlicht wenige Jahre darauf ein Handbuch. Darin erstmals erwähnt: die tiefe Hockhaltung für Schussfahrten. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Skifahrens.

5. Rudi Pröbstl und Michael Geyer: Das Snow-Surf-Brett

Im Allgemeinen wird ja angenommen, dass der Trend des Snowboardfahrens in den 1980er Jahren aus den USA nach Europa kam. Damit wird allerdings den Ski-Pionieren Rudi Pröbstl und Michael Geyer unrecht getan, denn die beiden waren schon in den 70er Jahren, genauer 1978, auf ihrem sogenannten Snow-Surf-Brett im Allgäu unterwegs. Leider setzte sich der Trend damals nicht durch. Die Vermutung von Michael Geyer dazu lautet: „Ich denk, dass die Zeit damals noch nicht reif war oder wie in jedem Sport brauchts erst ein paar Vorreiter, die nicht erfolgreich sind oder das überhaupt in Gang setzen, bis eine Weiterentwicklung möglich ist.“

Weitere Informationen zum Thema Ski-Neuheiten

Auch wenn die großen und geschichtsträchtigen Meilensteine der Skiwelt vielleicht schon ein paar Jahre zurückliegen, heißt das nicht, dass nicht trotzdem weiter an Technik und Ausrüstung gefeilt wird. Pünktlich zu jeder neuen Saison gibt es Ski-Neuheiten, die bei der größten internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode in München vorgestellt werden. Snowplaza ist immer persönlich vor Ort und berichtet von den coolsten neuen Innovationen. Vielleicht findet sich ja eines Tages dort der nächste Ski-Pionier.

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Hallo, ich bin Sarah. Meine Skikarriere begann mit Benjamin Blümchen-Skiern, mit denen ich wohl mehr angegeben habe, weil sie so schön rosa waren, anstatt dass ich wirklich damit gefahren bin. Heute bin ich für Snowplaza auf den Pisten unterwegs und berichte von meinen Erlebnissen im Snowplaza Blog.

 
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